Chemierunde 2002: Rechtzeitiger Abschluss

Nach zügig geführten Verhandlungen auf Bundesebene haben der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) am 18. April ein Tarifpaket für die rund 570.000 Chemiebeschäftigten in Westdeutschland vereinbart. Der Abschluss sieht neben einer Tariferhöhung von 3,3 vH und einer 13-monatigen Laufzeit eine Modernisierung des seit 1988 geltenden gemeinsamen Entgelttarifvertrages für Arbeiter und Angestellte vor. Ferner wurde erstmals eine Option für die erfolgsorientierte Gestaltung der tariflichen Jahresleistung ("Weihnachtsgeld") vereinbart.

Das geräuschlose Zustandekommen des Abschlusses ist in der Öffentlichkeit überwiegend positiv aufgenommen worden. Vor allem vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Tarifauseinandersetzung in der Metallbranche sind die 3,3 vH Tariferhöhung als eine Zahl gewertet worden, die nicht nur für die Chemie, sondern auch volkswirtschaftlich noch vertretbar ist. Wegen der längeren Laufzeit liegt die Durchschnittsbelastung aus diesem Abschluss bei 3,1 vH.

Für die rund 30.000 Beschäftigten in der ostdeutschen Chemieindustrie wurde am 30. April ebenfalls rasch ein Abschluss in der gleichen Größenordnung erzielt. Das dortige Tarifpaket enthält zusätzlich einen Anpassungstarifvertrag, mit dem die Osttarife bis zum Jahr 2009 auf Westniveau gebracht werden sollen. In zukünftigen Lohnrunden werden die Tarife der Ostchemie um die gleichen Prozentsätze wie in den westlichen Bundesländern erhöht.

Mit der Option zur erfolgsorientierten Gestaltung des Weihnachtsgeldes haben die Chemietarifparteien erstmals den Einstieg in eine erfolgsabhängige Bezahlung eröffnet. Die Betriebsparteien haben nun die Möglichkeit, aufgrund freiwilliger Betriebsvereinbarung das Weihnachtsgeld nach oben und nach unten schwanken zu lassen. Diese Regelung wird dazu führen, dass die Chemiebeschäftigten in guten Ertragsjahren am Erfolg der Unternehmen teilhaben. In schlechteren Jahren wird diese Neuregelung zur Sicherung von Standort und Beschäftigung beitragen.

Durch den schnellen Abschluss haben die Chemieunternehmen nun eine sichere Kalkulationsbasis. Jetzt bleibt zu hoffen, dass sich im Jahresverlauf der erhoffte Aufschwung einstellt.

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