Führungskräfte-Strukturerhebung:Höhere Akademiker-Quote

Der Anteil der Akademiker und Fachhochschulabsolventen an den Chemie-Beschäftigten ist weiter gestiegen. Der Anteil der Leitenden Angestellten hat sich wieder leicht erhöht.

Das sind einige "Highlights" der Führungskräfte-Strukturerhebung des BAVC, die turnusgemäß zum Stichtag 1. Juli 2001 durchgeführt worden ist. Diese Ergebnisse betreffen den Verbandsbereich West. An der Erhebung haben sich 524 Betriebe ab 50 Arbeitnehmern beteiligt. In diesen Betrieben waren insgesamt 339.839 Mitarbeiter beschäftigt. Die Ergebnisse können als repräsentativ für den westlichen Verbandsbereich des BAVC angesehen werden.

Höhere Führungskräfte-Anteile

Die Bedeutung der Akademiker-Beschäftigung in der chemischen Industrie hat weiter zugenommen. Ihr Anteil liegt mittlerweile bei 9,0 vH an der Gesamtbelegschaft und hat damit einen neuen Rekordwert erreicht. Auch die Fachhochschulabsolventen nehmen mit 4,5 vH einen größeren Raum ein. Die AT-Angestellten einschließlich Leitenden Angestellten erreichen insgesamt einen Anteil von 15,0 vH. Auch die Quote der Leitenden Angestellten ist erstmalig wieder auf 4,0 vH angewachsen. Von den erfassten Führungskräften sind inzwischen 16,9 vH weiblich.
Die Ergebnisse im Einzelnen:

Erneut weniger Chemiker

Von den erfassten 30.500 Akademikern im westdeutschen BAVC-Organisationsbereich sind 9.806 Diplom-Chemiker, 6.777 Diplom-Ingenieure und 6.800 sonstige Akademiker mit naturwissenschaftlicher oder technischer Hochschulbildung (z.B. Apotheker, Biologen, Mediziner oder Physiker). Im nichtnaturwissenschaftlichen bzw. im nichttechnischen Bereich sind 4.444 Diplom-Volkswirte oder -Kaufleute und 2.225 Angestellte mit einer sonstigen Hochschulbildung und ferner 448 Juristen erfasst worden.

Nach wie vor bilden die Diplom-Chemiker die größte Akademiker-Gruppe. Bemerkenswert ist aber, dass der Anteil der Diplom-Chemiker an den Akademikern seit Jahren rückläufig ist. Erstmals zugenommen hat dagegen der Anteil der Diplom-Ingenieure, während die Zahlen der sonstigen Angestellten mit abgeschlossener naturwissenschaftlicher oder technischer Hochschulbildung rückläufig sind.

Mehr FH-Absolventen

Die Quote der Fachhochschulabsolventen liegt mittlerweile bei 4,5 vH. Sie hat damit gegenüber den vorangegangenen Erhebungen kontinuierlich zugenommen. Von den 15.231 Fachhochschulabsolventen waren 68,9 vH Ingenieure (einschl. Chemie-Ingenieure), 17,3 vH Betriebswirte und 13,8 vH sonstige Fachhochschulabsolventen.

Anstieg bei AT-Angestellten

Im Verbandsbereich West des BAVC waren der Erhebung zufolge im vergangenen Jahr 51.122 AT-Angestellte (einschl. Leitende Angestellte) beschäftigt. Ihr Anteil an den Beschäftigten (15,0 vH) ist damit weiter angestiegen.
Zu den AT-Angestellten zählen alle Angestellte, für die keine tariflichen Entgeltsätze gelten.

LA-Quote gestiegen

Unter den AT-Angestellten befanden sich insgesamt 13.433 (d.h. 26,3 vH) Leitende Angestellte im Sinne des § 5 Abs. 3 BetrVG. Ihr Anteil an allen Beschäftigten ist damit gegenüber 1998 von 3,6 auf 4,0 vH deutlich angestiegen. Dieser Anstieg ist eine Folge der Ausgliederung von Betrieben; die Bildung von kleineren Einheiten hat auch zu neuen Führungspositionen geführt.

Mehr Frauen in Führungspositionen

Fortgesetzt hat sich der positive Trend bei den Frauen in Führungspositionen. Mittlerweile sind 16,9 vH aller erfassten Führungskräfte weiblich. Ihr Anteil hat sich damit seit 1988 mehr als verdoppelt. Der Anteil der Frauen an den Leitenden Angestellten ist mittlerweile auf 6,3 vH angestiegen. Bei der erstmaligen Erfassung im Jahre 1988 hatte der entsprechende Frauenanteil noch bei 1,7 vH gelegen. Bemerkenswert ist insbesondere, dass von den neu eingestellten naturwissenschaftlichen und technischen Akademikern inzwischen 26 Prozent weiblich sind. Für die Zukunft bedeutet dies, dass ein größeres Potenzial an Frauen für Fach- und Führungsaufgaben zur Verfügung steht.

Größeres Interesse an Teilzeit

Auch im Führungskräftebereich wird mittlerweile verstärkt Teilzeit praktiziert. Von allen Akademikern, Fachhochschulabsolventen und sonstigen außertariflichen und den Leitenden Angestellten waren 3,6 vH als Teilzeitarbeitnehmer beschäftigt. In der vorangegangenen Erhebung 1998 hatte diese Quote noch bei 2,1 vH gelegen.

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