Unsere Meinung zur Chemie-Tarifrunde:Auftakt

Mit einer Forderung von 5,5 vH Tariferhöhung für die rund 570.000 Beschäftigten der westdeutschen Chemieindustrie geht die IG BCE in die diesjährige Tarifrunde. Das Paket beinhaltet weitere Forderungen u.a. zur Veränderung der Strukturen des seit 1988 geltenden Entgelttarifvertrages für Arbeiter und Angestellte.

Den Auftakt der Tarifrunde bildet die regionale Verhandlung für Hessen am 4. März in Wiesbaden, gefolgt von Nordrhein am 5. März und Rheinland-Pfalz am 11. März. Diese erste Verhandlungsrunde wird sich in den übrigen Tarifbezirken bis zum 22. März erstrecken. Hauptthema wird dabei eine Debatte der wirtschaftlichen Lage der chemischen Industrie sein. Sie erhält eine besondere Bedeutung dadurch, dass die Chemie seit Frühjahr vergangenen Jahres in eine Flaute hineingeraten ist. Alle wichtigen Wirtschaftsindikatoren liegen im negativen Bereich.

Rückläufige Zahlen

Den neuesten amtlichen Zahlen zufolge sank die Produktion im Jahr 2001 um 2,2 vH, der Umsatz ging um 1,2 vH zurück, die Produktivität schrumpfte um 1,5 vH. Als Folge stiegen die Lohnstückkosten um 4,5 vH. Diese Zahlen sind deutlich schlechter als der Industrie-Durchschnitt. Eine differenzierte Bewertung dieser Situation durch die Chemie-Tarifparteien ist dringend geboten und muss eine gemeinsame Ausgangsbasis für die weiteren Verhandlungen schaffen.

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen chemischen Industrie im Interesse von Standort und Beschäftigung gestärkt werden muss (siehe Seite 3). Bisher ist es den Chemie-Tarifparteien gelungen, mit ihrer Tarifpolitik hierzu positive Beiträge zu leisten. Dieser Weg muss fortgesetzt werden, um den erhofften Aufschwung im Herbst 2002 nicht zu gefährden.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Diskrepanz zwischen Forderungshöhe und wirtschaftlicher Lage stehen die Tarifparteien vor einer schwierigen Aufgabe. Sie müssen einen Kompromiss finden, der zum einen für die Chemiearbeitnehmer akzeptabel und zum anderen für die Chemieunternehmen auf Dauer bezahlbar ist.

Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf Info_3_2002-1.pdf 34,2 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87