Chemie-Tarifrunde 2008 - Bundesverhandlungen ohne Ergebnis vertagt

Nach der regionalen Auftaktrunde sind die Tarifverhandlungen für die 550.000 Beschäftigten der deutschen chemischen Industrie am 1. April in Hannover auf Bundesebene fortgesetzt worden. Sie wurden nach ganztägigen Debatten ohne Ergebnis auf den 15. und 16. April in Lahnstein vertagt. Die Chemie-Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.

Kaum Fortschritte in den Verhandlungen


Die Verhandlungen waren geprägt durch kontroverse Diskussionen hinsichtlich der Konsequenzen aus den Konjunktur-Risiken für den Tarifabschluss 2008. Auch bei der Einschätzung der Wirtschaftslage insgesamt lagen die Positionen weit auseinander. Lediglich beim Thema "Ausbildung" näherten sich die Tarifparteien in einigen Punkten an. Eine konkrete Lösung bedarf jedoch weiterer Verhandlungen.

Großen Raum nahm die Diskussion um einen Tarifvertrag zur flexiblen Gestaltung der Lebensarbeitszeit ein. Dabei war offensichtlich, wie komplex das Thema ist. Die Auffassungen von Arbeitgebern und Gewerkschaft sind noch weit voneinander entfernt. Deshalb haben die Tarifparteien eine paritätische Arbeitsgruppe eingesetzt, die das Thema Lebensarbeitszeit bis zum nächsten Verhandlungstermin weiter vorbereiten soll. Aus Sicht der Arbeitgeber müssen neue Wege gesucht werden, um den demografischen Wandel zu bewältigen.

Unkalkulierbare Kosten, unkalkulierbare Risiken


"Aufgrund des komplexen Forderungspakets bestehend aus Entgelt, Ausbildung und Lebensarbeitszeit sind die dauerhaften Kosteneffekte für die Unternehmen bisher nicht kalkulierbar. Deshalb war es nicht möglich, heute ein konkretes Angebot vorzulegen", erklärte Hans-Carsten Hansen, Verhandlungsführer der Chemie-Arbeitgeber. "Hinzu kommen die konjunkturellen Risiko-Faktoren, die wir nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen."

Hansen weiter: "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns bis zu einem tragfähigen Tarifabschluss, der allen Unternehmen im Flächentarif auf Dauer gerecht wird. Was wir jetzt brauchen, ist in erster Linie tarifpolitische Kompromissfähigkeit. Die zweite Runde der Bundesverhandlungen muss hier die Probe aufs Exempel liefern."

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