Chemie-Tarifrunde 2008Chemie-Arbeitgeber verlangen Tarif-Mäßigung


In der Tarifrunde für die rund 550.000 Beschäftigten in den 1.900 Unternehmen der chemischen Industrie hat der Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC), Hans Paul Frey, die Forderungsempfehlung der IG BCE nach Tariferhöhungen zwischen 6,5 und 7 Prozent als überhöht zurückgewiesen.

Konjunkturelles Risiko-Umfeld – Wachstumsabschwächung in 2008

"Die Konjunktur in der deutschen Chemie-Industrie läuft derzeit zwar noch gut. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate haben sich jedoch zuletzt abgeschwächt. Nach Lage der Dinge wird sich das Wachstum der Chemieproduktion im Jahr 2008 auf 2,5 Prozent vermindern", erklärte Frey. Dies geschehe im Zuge der allgemein nachlassenden Wirtschaftsdynamik sowie zunehmender Konjunktur-Risiken u.a. durch die extrem hohen Rohstoff- und Energiepreise. "Diesen Faktoren muss Rechnung getragen werden, wenn die Tarifpolitik zur längerfristigen Wettbewerbsfähigkeit von Produktion und Arbeitsplätzen der Chemie in Deutschland beitragen soll", so Frey.

Die deutschen Chemie-Arbeitskosten zählen weltweit zu den höchsten. Bei einer Bruttoentgeltsumme von über 20 Milliarden Euro führt jedes Prozent Tariferhöhung zu einer dauerhaften Mehrbelastung der Chemie-Unternehmen von 200 Millionen Euro pro Jahr. Frey betonte: "Die Erfolge von heute dürfen nicht zu tariflichen Dauerlasten führen, die in schlechten Zeiten für die Unternehmen im Flächentarif - gerade auch für die mittleren und kleinen - nicht mehr tragbar sind. Daher die Forderung der Chemie-Arbeitgeber nach Tarif-Mäßigung".

Umfangreiches Forderungspaket – Schwierige Verhandlungen erwartet

Neben der Entgelterhöhung fordert die IG BCE einen Tarifvertrag über flexible Instrumente zur Gestaltung der Lebensarbeitszeit, dessen konkrete Inhalte und Konsequenzen bisher nicht einschätzbar sind.

Hierzu Frey: "Die Chemie-Arbeitgeber stellen sich dem demografischen Wandel. Eine sachgerechte Auseinandersetzung mit dem Thema Demografie setzt allerdings einen Abschied von den flächendeckenden Einheitsmodellen der Vergangenheit voraus. Dem grundlegenden Trend einer alternden Gesellschaft können sich weder Unternehmen noch Beschäftigte entziehen. Die Menschen werden schon deshalb länger arbeiten müssen, weil in den Jahren ab 2015 aufgrund fehlenden Nachwuchses ein Mangel an Fachkräften bestehen wird. Inwieweit trotzdem flexible Möglichkeiten der Lebensarbeitszeit-Gestaltung tarifvertraglich geregelt werden können, muss sehr sorgfältig ausgelotet werden. Jedenfalls darf dies nicht zu weiteren Kostenbelastungen oder Arbeitskräftemangel für die Betriebe führen", sagte Frey.

Angesichts des umfangreichen und bisher nicht überschaubaren Forderungspakets der Gewerkschaft stellen sich die Chemie-Arbeitgeber auf länger dauernde und schwierige Verhandlungen ein.

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