BAVC zur Chemie-Tarifrunde 2007:Verteilungsspielraum wird geringerChemie-Arbeitgeber fordern IG BCE erneut zu Tarifrealismus auf

Die regionale Verhandlungsserie in der diesjährigen Tarifrunde für die 550.000 Beschäftigten der chemischen Industrie ist ergebnislos verlaufen. Nunmehr wird am 8. Februar in Hannover zwischen dem BAVC und der IG BCE auf Bundesebene weiterverhandelt. Unter dem Eindruck der teilweise kontroversen Wirtschaftsdebatten in den einzelnen Tarifbezirken warnt der Verhandlungsführer und Vorsitzende der BAVC-Tarifkommission, Hans-Carsten Hansen, die Gewerkschaft davor, weiterhin bei ihren Mitgliedern überhöhte Erwartungen zu wecken. „Es geht um eine realistische Tarifpolitik mit einer Erhöhung, die für alle Chemieunternehmen im Flächentarifvertrag dauerhaft verkraftbar ist,“ sagte Hansen. „Tarif-Illusionen können wir uns nicht leisten.“

Nachlassendes Chemiewachstum – Grundsätzlicher Dissens in der Einschätzung

In den Regionalverhandlungen hätten – so Hansen – zahlreiche Unternehmensvertreter deutlich gemacht, dass das Durchschnittsbild der Chemiekonjunktur keineswegs nur von gut verdienenden Unternehmen geprägt wird, sondern dass es große Unterschiede gibt. Insbesondere mittlere und kleine Unternehmen, die nicht auf dem Weltmarkt tätig sind, können ihre gestiegenen Kosten nicht weitergeben.

Es habe zwar in einer Reihe von Punkten übereinstimmende Beurteilungen der wirtschaftlichen Lage gegeben. „Es bleibt jedoch ein grundsätzlicher Dissens“, kritisierte Hansen: „Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung im Wesentlichen mit den guten Zahlen des Jahres 2006, die von Arbeitgeberseite auch gar nicht bestritten werden. Sie projiziert diese Zahlen jedoch schlicht in das Jahr 2007 hinein und macht sie zur Basis ihrer Forderungen. Diese rückwärts gerichtete Betrachtung ist für die Chemie-Arbeitgeber nicht akzeptabel.“

Verringerter Verteilungsspielraum

Hansen wörtlich: „Die Chemie-Arbeitnehmer hatten an der guten Konjunkturentwicklung der Jahre 2005 und 2006 einen fairen Anteil durch die Tariferhöhung von 2,7 % und eine kräftige Einmalzahlung von rund einem Drittel eines Monatsentgelts im Jahr 2006. Wir verhandeln jetzt aber für das Jahr 2007“. Nach allen vorliegenden Prognosen werde sich im laufenden Jahr das Chemiewachstum nahezu halbieren und auf 2 Prozent zurückgehen. Entsprechendes gelte auch für die Produktivitätsrate. „Damit wird der Verteilungsspielraum geringer. Deshalb muss auch die Tariferhöhung von 2007 entsprechend niedriger sein,“ betonte Hansen.

Tarifverhandlung für 1.900 Mitgliedsunternehmen mit 550.000 Beschäftigten

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie ist der tarif- und sozialpolitische Spitzenverband der deutschen chemischen Industrie. Zu seinem Organisationsbereich gehören 11 regionale Chemie-Arbeitgeberverbände mit 1.900 Chemieunternehmen und 550.000 Beschäftigten. Die Unternehmen zahlen für ihre Beschäftigten eine jährliche Bruttoentgeltsumme von rund 20. Milliarden Euro. Ein Prozent Tariferhöhung führt zu einer dauerhaften Personalkostenbelastung von rund 200 Millionen Euro.

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