BAVC-Mitgliederversammlung 2005:Voscherau neuer Präsident der Chemie-ArbeitgeberFür zukunftsfähiges Miteinander von Arbeitgebern und Gewerkschaften

In der Mitgliederversammlung des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) am 10. Juni 2005 in Ludwigshafen ist der Verbands-Vorstand neu gewählt worden. Neuer BAVC-Präsident wurde Eggert Voscherau, stellvertretender Vorsitzender der BASF AG. Voscherau, u.a. bekannt durch sein sozial- und gesellschaftspolitisches Engagement in mehreren vom Bundeskanzler berufenen Kommissionen, tritt die Nachfolge von Dr. Rüdiger Erckel (Boehringer Ingelheim GmbH) an, der sich nach zwei Amtsperioden als BAVC-Präsident zurückzieht.

BAVC: Der tarif- und sozialpolitische Spitzenverband der Chemie

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie ist der tarif- und sozialpolitische Spitzenverband der deutschen chemischen Industrie. Zu seinem Organisationsbereich gehören 11 autonome regionale Chemie-Arbeitgeberverbände mit 1.900 Chemie-Unternehmen und 550.000 Beschäftigten. Der BAVC gilt als tarifpolitisch besonders innovativer Arbeitgeberverband. Sein Verhältnis zum gewerkschaftlichen Gegenspieler, der IG BCE, ist durch eine pragmatische Sozialpartnerschaft gekennzeichnet.

Reformen in turbulenter Zeit

Schwerpunkt-Thema der BAVC-Mitgliederversammlung waren die notwendigen Reformen auf dem Gebiet der Tarif- und Sozialpolitik sowie die Reformbereitschaft der Bevölkerung. Hierzu nahmen der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und die Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Prof. Dr. Renate Köcher in Diskussions-Vorträgen Stellung.

Verhaltenskodex von Unternehmern, Managern und Gewerkschaften

In seiner Antrittsrede als neuer BAVC-Präsident nahm Voscherau auf die laufende Diskussion über Unternehmerethos und die Kapitalismuskritik Bezug und sagte: "Unternehmer und Manager haben in Deutschland sehr wohl eine patriotische Pflicht. Und zwar im wohlverstandenen und ganz unverkrampften Sinn. Wir müssen die Herausforderungen des globalen Wettbewerbs am Standort Deutschland unter seinen spezifischen Bedingungen annehmen." Das erfordere von allen Beteiligten sehr viel Flexibilität und Offenheit, gerade auch von den Arbeitnehmern. "Aber das heißt auch, dass man als Manager und Unternehmer bei Standortentscheidungen nicht immer den letzten Cent herausquetschen muss, solange das betriebswirtschaftliche Ergebnis stimmt. Unser wirtschaftlicher Erfolg in der Zukunft wird mehr und mehr von der sozialen Akzeptanz unseres Handelns abhängen", hob Voscherau hervor. Vorhandene Spielräume sollten für Entscheidungen pro Standort und Beschäftigte hier genutzt werden. Er halte viel von einem solchen ungeschriebenen Verhaltenskodex, denn die unternehmerische Tätigkeit erschöpfe sich nicht im Ergebnis vor und nach Steuern.

Genauso erwarte er aber ein konstruktives Verhalten der Gewerkschaften. Sie müssten es in solchen Situationen den Unternehmern und Managern erleichtern, Entscheidungen für den Standort Deutschland zu treffen. Das erfolgreiche Chemie-Modell der konstruktiven Sozialpartnerschaft erwähne er dabei ausdrücklich als Beispiel.

Tarifautonomie und Sozialpartnerschaft: Gestaltungsalternative in globalisierter Welt
Voscherau versicherte, dass er als neuer BAVC-Präsident die besondere Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern in der chemischen Industrie im Interesse der Mitgliedsunternehmen fortsetzen und ausbauen wolle. Er tue dies aus innerer Überzeugung. "In einer globalisierten Welt mit abnehmenden Einfluss nationalstaatlicher Gewalt und zunehmender Unübersichtlichkeit ist sie eine echte Gestaltungsalternative. Mit ihr können wir zumindest unseren eigenen Organisationsbereich in Ordnung halten und weiter entwickeln. Deshalb müssen wir auch die Tarifautonomie als staatsfreien Gestaltungsraum unter allen Umständen erhalten", sagte Voscherau.

Der neue BAVC-Vorstand

Im Zuge der Vorstandswahlen wurde Jan H. Peters (Bayer AG) zu einem der beiden stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Peter Schiller (Roche Diagnostics GmbH) kam neu in den Vorstand. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Der BAVC-Vorstand setzt sich demnach wie folgt zusammen:

Präsident:
Eggert Voscherau (BASF AG)

Stellvertretende Vorsitzende:
Klaus Hofer (B. Braun Melsungen AG)
Jan H. Peters (Bayer AG)

Weitere Mitglieder:
Albert Franz (Mainsite GmbH & Co. KG)
Hans Paul Frey (BAVC)
Horst Huß (Thioplast Chemicals GmbH & Co KG)
Willibrord Lampen (Infracor GmbH)
Ulrich Pitkamin (Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG)
Thomas Sattelberger (Continental AG)
Peter Schiller (Roche Diagnostics GmbH)
Rainer Tschersig (Hans Schwarzkopf & Henkel GmbH & Co. KG)

Burkhard Jahn
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
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Abraham-Lincoln-Str. 24
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Telefon +49 611 77881-38
Telefax +49 611 77881-24
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