Chemie-Tarifrunde 2005:Chemie-Arbeitgeber fordern Stabilitätsrunde

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) hat die Forderungsempfehlung des IG BCE-Hauptvorstandes für das Jahr 2005 mit der Aufforderung zu einer "tarifpolitischen Stabilitätsrunde" gekontert. Die Tarifrunde gilt für rund 1.900 Chemie-Unternehmen mit rund 550.000 Beschäftigten in ganz Deutschland.

Moderne Tarifpolitik für Standort und Beschäftigung

Mit der IG BCE sind die Chemie-Arbeitgeber der Überzeugung, dass die moderne Chemie-Tarifpolitik einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung von Standort und Beschäftigung in Deutschland leistet. Dazu tragen die tariflichen Flexibilisierungsinstrumente und die Lohnpolitik in gleicher Weise bei. Deswegen ist auch für die Entgeltrunde 2005 eine Stabilisierung der Tarifentwicklung erforderlich.

Chemie-Aufschwung auf dünnem Eis

Hans-Carsten Hansen, Vorsitzender der BAVC-Tarifkommission, kritisierte: "Das umfangreiche gewerkschaftliche Forderungspaket ist von einem Zweckoptimismus geprägt, der die Konjunkturlage der Chemie überzeichnet und ungeprüft in die Zukunft fortschreibt. Die Risiken werden dagegen außer Acht gelassen". Die Chemie-Konjunktur sei zwar - so Hansen - nach drei Jahren der Stagnation im zweiten Halbjahr 2004 erstmals wieder angesprungen. Angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche im Inland bewege sie sich jedoch auf dünnem Eis. Ob der Exportaufschwung von Dauer sein werde, sei fraglich. Die IG BCE müsse zur Kenntnis nehmen, dass die bescheidenen Wachstumsprognosen für 2005 ständig nach unten korrigiert worden seien.

Konjunktur mehrfach gespalten

Tarifpolitische Vorsicht sei geboten, weil die Chemie-Konjunktur zudem in mehrfacher Hinsicht gespalten sei. Zwar meldeten die größeren exportorientierten Firmen Erfolge auf den internationalen Märkten. Eine erhebliche Zahl von mittleren und kleinen Zuliefer-Firmen der Automobil- und Bauindustrie stünde jedoch wegen der Binnenmarktflaute vor zum Teil existentiellen Kostenproblemen. Dies gelte auch für viele Pharmafirmen, die mit den Folgen der Gesundheitsreform kämpften. "Angesichts der fragilen Konjunkturaussichten ist deshalb eine tarifpolitische Stabilitätsrunde erforderlich, die für alle Unternehmen dauerhaft bezahlbar bleibt", sagte Hansen. Dies gelte insbesondere für die große Anzahl von kleinen und mittelgroßen Firmen. Sie machen das Gros der 1.900 Mitgliedsunternehmen im Chemie-Flächentarif aus.

Kostenträchtiges Forderungspaket - komplizierte Verhandlungen erwartet

Hansen kennzeichnete die Forderungsempfehlung der Gewerkschaft als ein Paket mit einer ganzen Reihe komplizierter und kostenträchtiger Elemente. Neben der Entgeltanhebung seien dies zusätzlich u.a. die "tarifliche Altersvorsorge" und das Thema "Ausbildung". So erfordere z.B. die Fortsetzung des Tarifvertrages "Zukunft durch Ausbildung" eine weitere deutliche Erhöhung der Ausbildungsplatzzahlen mit entsprechenden Kosten. Auf Unverständnis der Arbeitgeberseite stoße die ungewöhnliche Forderung nach tariflicher Besserstellung der Gewerkschaftsmitglieder. Eine solche finanzielle Besserstellung (Tarifbonus) werde von den Chemie-Arbeitgebern abgelehnt.

"Wir stehen vor komplizierten und schwierigen Verhandlungen. Ein Tarifkompromiss wird letztlich davon abhängen, ob die Gesamtkosten für die Unternehmen dauerhaft tragbar sind", sagte Hansen. Als positives Signal hätten die Chemie-Arbeitgeber deshalb registriert, dass die IG BCE keine bezifferte Forderungsempfehlung herausgegeben hat. Damit lasse sie Spielraum für die Suche nach einem stabilitätsgerechten Tarifkompromiss. Am Ende müsse "die Kirche im Dorf" bleiben.

Burkhard Jahn
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
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