Chemie-Arbeitgeber zur IG BCE-Forderungsempfehlung:Chemie-Tarifrunde 2003 in äußerst schwieriger Konjunkturlage

"Die Forderungsempfehlung der IG BCE für die Tarifrunde 2003 trifft die Chemiebranche in einer äußerst schwierigen Konjunkturlage", stellte der Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) Hans Paul Frey fest. "Daran ändert auch die - grundsätzlich positiv zu bewertende - Tatsache nichts, dass die IG BCE auf eine bezifferte Forderung verzichtet hat."

"Statt des für das zweite Halbjahr 2002 erwarteten Aufschwungs ist es mit der Chemiekonjunktur bergab gegangen. Die Branche befindet sich jetzt in der Stagnation. Die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate haben sich sukzessive eingetrübt", sagte Frey. Auch der Tarifabschluss im Frühjahr 2002 sei durch eine zu optimistische Einschätzung der Wirtschaftsentwicklung getragen gewesen. Er habe sich im nachhinein als zu hoch herausgestellt. "Diese Fehleinschätzung muss von den Tarifparteien in der kommenden Runde korrigiert werden", so Frey. "Es geht darum, der erkennbar problematischen Lage der Chemie und der nicht überschaubaren Entwicklung Rechnung zu tragen. Abermalige Fehleinschätzungen aufgrund zu optimistischer Annahmen darf es nicht geben."

Erwartungen rückläufig

Die zurückgenommenen Wirtschaftsprognosen für das nächste Jahr reflektieren die eingetrübten Erwartungen. Für die im März nächsten Jahres beginnende Tarifrunde sind diese Wirtschaftsdaten maßgeblich. Für 2003 erwarte die Branche, so Frey, "selbst im Falle eines Aufschwungs im Jahresverlauf bestenfalls einen Anstieg der Arbeitsproduktivität im Rahmen des gesamtwirtschaftlichen Trends." Die von der Politik bereits verursachten Erhöhungen der Arbeitskosten durch steigende Aufwendungen für die Sozialversicherung engen den Verteilungsspielraum zusätzlich ein.

Frey hierzu: "Ein der Beschäftigungslage Rechnung tragender Tarifabschluss darf zudem diesen Produktivitätsfortschritt nicht vollständig verteilen."Daneben kann die Steigerung der Lebenshaltungskosten kein Maßstab für den tarifpolitischen Verteilungsspielraum sein. Entscheidend ist vielmehr die Leistungsfähigkeit der Chemieunternehmen. Deren Erträge sind durch sinkende Erzeugerpreise und steigende Rohstoffkosten in weiten Teilen der Branche unter Druck geraten.

Qualifizierung: Innovative Ansätze gefragt

Zur Forderung nach einem Tarifanspruch auf Qualifizierung hob Frey hervor, "die chemische Industrie ist auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen, um mit innovativen Produkten im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Deshalb stehen die Chemie-Arbeitgeber dem Thema Qualifizierung und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter traditionell aufgeschlossen gegenüber." Die Qualifizierung finde schwerpunktmäßig in den Chemiebetrieben statt. Sie müsse auf die jeweiligen betrieblichen Bedürfnisse im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit zugeschnitten sein.

"Generelle Ansprüche auf Weiterbildung nach dem Gießkannenprinzip" - so Frey -, "darf es nicht geben. Sie wirken insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen abschreckend und würden dem Ziel zuwiderlaufen, die Qualifizierungsbereitschaft auf beiden Seiten zu stärken." Die Frage einer zentralen Tarifrunde hänge damit zusammen. Entscheidend sei, ob das komplizierte Thema der Qualifizierung und Weiterbildung dadurch zu einer für beide Seiten befriedigenden Lösung geführt werden könne.

Datum: 10. Dezember 2002
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
Abraham-Lincoln-Str. 24
65189 Wiesbaden
Ansprechpartner: Burkhard Jahn
Telefon: +49 611 77881-0
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