Chemie-Tarifpaket Ost:3,3 % mehr Entgelt in der OstchemieAnpassung an Tarifniveau West

Nach zweitägigen Verhandlungen haben der Arbeitgeberverband Nordostchemie und die IG BCE für die rund 30.000 Beschäftigten der ostdeutschen Chemieindustrie ein umfangreiches Tarifpaket vereinbart. Kern ist eine Tariferhöhung von 3,3 % ab 1. Mai 2002. Die Ausbildungsvergütungen steigen um den gleichen Prozentsatz. Der neue Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 13 Monaten.

Anpassungstarifvertrag - Überforderungsschutz

Zusätzlich wird mit einem Anpassungstarifvertrag das Tarifniveau Ost angehoben. Es soll bis zum Jahr 2009 das Tarifniveau von Berlin (West) erreichen. Dazu wird in einem ersten Schritt das bisherige Tarifniveau durch Entgelterhöhungen von jeweils 2,8 % am 1.10.2002 und am 1.10.2003 auf dann 88,5 % West angehoben.
In einer Öffnungsklausel wird sichergestellt, dass die ostdeutschen Chemieunternehmen von den Tarifanpassungsschritten nicht überfordert werden. Führt ein Anpassungsschritt zu wirtschaftlich nicht vertretbaren Schwierigkeiten, kann das Unternehmen aufgrund einer Betriebsvereinbarung mit Zustimmung der Tarifparteien davon nach unten abweichen. Als Folge des Anpassungstarifvertrages werden die Tarifsätze der Ostchemie bei künftigen Lohnrunden um die gleichen Prozentsätze wie in den westlichen Bundesländern erhöht.

Option zur erfolgsabhängigen Gestaltung der Jahresleistung

Weiterer Bestandteil des Tarifpaketes ist eine wie schon in der westdeutschen Chemieindustrie vereinbarte Option zur erfolgsabhängigen Gestaltung der tariflichen Jahresleistung (Weihnachtsgeld). In Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens kann die Jahresleistung aufgrund betrieblicher Vereinbarung nach dem Prinzip "Chance und Risiko" zwischen 50 % und 95 % eines Monatsentgeltes schwanken.

Modernisierung der Entgeltstrukturen

Auch die vor kurzem in der westdeutschen Chemieindustrie modernisierten Entgeltstrukturen werden von der Ostchemie übernommen.

Arbeitgeberkommentar

Hans Paul Frey, Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie zum Tarifpaket Ost: "Für die Chemieunternehmen bedeuten die vereinbarten Tarifschritte einen erheblichen Kraftakt. 12 Jahre nach der deutschen Einheit haben die Tarifparteien der inzwischen eingetretenen wirtschaftlichen Konsolidierung der Ostchemie durch die Niveauangleichung Rechnung getragen. Dabei wird die Angleichung erneut über einen Zeitraum von 8 Jahren gestreckt. Außerdem werden die Firmen durch die Öffnungsklausel vor wirtschaftlicher Überforderung geschützt."

Datum: 30. April 2002
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
Abraham-Lincoln-Str. 24
65189 Wiesbaden
Ansprechpartner: Burkhard Jahn
Telefon: +49 611 77881-0
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