Chemie-Tarifpartner bauen Altersvorsorge aus- Konditionen für Chemiebeschäftigte übertreffen Riester-Förderung- Chemie-Pensionsfonds in Gründung

Mit einem neuartigen Tarifvertrag haben der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) die bereits seit 1998 geltende tarifliche Altersvorsorge für die rund 590.000 Beschäftigten der westdeutschen chemischen Industrie an die gesetzliche Neuregelung angepasst und weiter ausgebaut.

Tarifliche Einmalzahlungen für Entgeltumwandlung geöffnet

Der neue Tarifvertrag über "Einmalzahlungen und Altersvorsorge" fasst alle tariflichen Einmalzahlungen in einem Vertrag zusammen und öffnet sie für die zusätzliche Altersvorsorge. Arbeitnehmer können ab 01.01.2002 für ihren Anspruch auf Entgeltumwandlung zur Altersvorsorge die vermögenswirksamen Leistungen, das Urlaubsgeld und das 13. Monatsentgelt einsetzen. Dies ist bis zu einem Betrag von jährlich maximal 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung möglich. Das sind derzeit 4.176,-- DM.

Alle Durchführungswege einschließlich Chemie-Pensionsfonds

Der Tarifvertrag bezieht alle bisher genutzten Wege der betrieblichen Altersvorsorge ein, d. h. Direktzusagen, Unterstützungskassen, Pensionskassen und Direktversicherungen. Hinzu kommt die neu geschaffene Möglichkeit des Pensionsfonds. Der Chemie-Pensionsfonds wird nach Vorgaben der Chemie-Tarifparteien von einem Finanzdienstleistungsunternehmen gegründet, finanziert und mit günstigen Konditionen ausgestattet. Zur Zeit wird mit zwei großen Finanzdienstleistern konkret über die nähere Ausgestaltung und den Gründungsvertrag verhandelt. Die Entscheidung fällt in der ersten Oktoberhälfte.

Die Regelungen im Einzelnen:

Chemie-Altersvorsorge übertrifft andere Modelle

Besonderes Merkmal der Chemie-Altersvorsorge ist, dass sie die gesetzlich vorgesehene Gestaltungsmöglichkeit der Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit bei Entgeltumwandlung nutzt. Dadurch ergibt sich für die Chemie-Arbeitnehmer ein besonders hoher Netto-Anlageeffekt.


Lukrative Chemietarifförderung

Macht der Chemie-Arbeitnehmer von seinem tariflichen Anspruch Gebrauch, so stockt der Arbeitgeber mit einer besonderen "Chemietarifförderung" die vom Arbeitnehmer aufgebrachten Beträge auf. Bei einem Grundbetrag von DM 936,-- pro Jahr beträgt diese wie bisher DM 264,--. Für jede weiteren 100 Euro, die der Arbeitnehmer umwandelt, erhöht sie sich um 13 Euro. Die Chemie-Altersvorsorge ist damit besonders lukrativ und übertrifft andere Modelle, insbesondere auch die Förderung nach dem Riester-Modell, die sich erst über einen Zeitraum von 7 Jahren aufbaut. Der Netto-Anlagebetrag der Chemie-Altersvorsorge liegt jährlich mehrere hundert DM über dem Riester-Modell. Daneben bleibt es jedem Arbeitnehmer unbenommen, anstelle der Tarifrente eigene Altersvorsorge nach dem Riester-Modell zu betreiben.

Das neue Instrument des Chemie-Pensionsfonds

Es wird ein Chemie-Pensionsfonds in Form einer Aktiengesellschaft gegründet. Gründung, Finanzierung sowie Verwaltung und Management übernimmt ein von den Tarifparteien ausgewähltes Finanzdienstleistungsunternehmen. Die Chemie-Tarifparteien schließen mit diesem Unternehmen einen Grundvertrag ab, in dem die nähere Ausgestaltung festgelegt wird (Tarife, Anlagegrundsätze, Verwaltungskosten, Provisionen usw.). Die Tarifparteien werden selbst nicht als Anteilseigner beteiligt sein. Sie werden aber im Aufsichtsrat und im Anlageausschuss vertreten sein. Ziele des Pensionsfonds sind eine effiziente und zugleich sichere Vermögensanlage, geringer Verwaltungsaufwand, standardisierte Tarife und provisionsfreie Verträge.

Einheitlicher Tarifvertrag ersetzt mehrere Tarifregelungen

Der neue "Tarifvertrag über Einmalzahlungen und Altersvorsorge" ersetzt den bereits seit 1998 geltenden Tarifvertrag über vermögenswirksame Leistungen und Altersvorsorge, den Tarifvertrag über Jahresleistung (13. Monatsentgelt) und die Manteltarifregelungen zum Urlaubsgeld. Er tritt am 1. Januar 2002 in Kraft und hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2008.

Attraktives Angebot für Chemiearbeitnehmer - einfaches Verfahren

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, BAVC-Hauptgeschäftsführer Hans Paul Frey, hob hervor: "Die Chemie-Tarifparteien haben mit dem neuen Tarifvertrag ein System geschaffen, das den flächendeckenden Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge ermöglicht. Das Angebot ist für die Chemiearbeitnehmer besonders attraktiv. Insgesamt ist damit das Ziel erreichbar, dass sie bei zumutbarer Eigenleistung ihren Lebensstandard auch im Alter absichern können."

BAVC-Präsident Dr. Rüdiger Erckel: "Die Chemie-Tarifparteien haben damit den bereits 1998 eingeschlagenen Weg einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge konsequent weiterentwickelt."

Datum: 19.September 2001
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
Abraham-Lincoln-Str. 24
65189 Wiesbaden
Ansprechpartner: Burkhard Jahn
Telefon: +49 611 77881-0
e-mail: presse@bavc.de

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