Pharma-Arbeitsplatze akut gefährdet

Der aufgestaute gesundheitspolitische Reformbedarf in Deutschland ist und übersehbar. Schon aus diesem Grund ist eine nachhaltige Strukturreform des deutschen Gesundheitswesens unerlässlich. Dies gilt um so mehr, als die demographischen Herausforderungen, die auf die gesetzlichen Krankenkassen zukommen, noch vielfach unterschätzt werden . Mit großer Sorge beobachtet der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) die jüngsten Versuche der Gesundheitspolitik, mit Einzelgesetzen der Entwicklung gegenzusteuern. Das aktuell auf dem Tisch liegende Gesetz zur Begrenzung der Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung - Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz (AABG) ist seiner Auffassung nach Stückwerk und Aktionismus. Die Auswirkungen auf Krankenkassenausgaben insgesamt werden minimal sein. Auf die Beitragssätze wird es kaum eine Auswirkung haben.

Umsatzverluste programmiert - Beschäftigungsabbau

Die direkten Folgen des AABG und seine Nebenwirkungen werden sich für die phar-mazeutische Industrie in Deutschland jedoch zu einem Umsatzverlust von etwa 20% kumulieren. Dieser staatlich verordnete Umsatzeinbruch wird nicht ohne Folgen für die Beschäftigten der Branche bleiben. Erfahrungen aus früheren Reformversuchen lehren, dass mit Arbeitsplatzverlusten im fünfstelligen Bereich zu rechnen ist. Darüber hinaus wird ein funktionierender, innovativer Forschungsstandort auf Jahre hinaus erheblich beschädigt. In der gegenwärtigen labilen Situation ist das Gift für die weitere konjunktu-relle Entwicklung.

Die pharmazeutische Industrie stellt in Deutschland mit rund 130.000 Beschäftigten über ein Viertel der chemischen Industrie insgesamt. Der Sektor gehört zu den innovativen Zukunftsbranchen der deutschen Industrie und wirkt mit seiner weitgehenden Konjunktur-Unabhängigkeit in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten als stabilisierender Faktor. Seit mehreren Jahren haben die Unternehmen der pharmazeutischen Industrie eine positive Beschäftigungsentwicklung. Dies wird nun infrage gestellt.

Der BAVC-Hauptgeschäftsführer, Hans Paul Frey, erklärte hierzu : ",Es kann nicht sein, dass wir zusammen mit unserem Sozialpartner IG BCE das Bündnis für Arbeit, Ausbildung und Wettbewerbsfähigkeit unter großen Anstrengungen mit Leben erfüllen und nun dieselbe Bundesregierung, die dieses Bündnis ins Leben gerufen hat, seine ersten Erfolge durch aktionistische Maßnahmen ausbremst. Beschäftigungsforderung und Konzepte zur Beschäftigungssicherung werden unglaubwürdig, wenn die Regierung Forderungen aufstellt, deren Inhalte eine personal- und sozialpolitische Lawine auslösen."

Datum: 5. November 2001
Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V.
Abraham-Lincoln-Str. 24
65189 Wiesbaden
Ansprechpartner: Burkhard Jahn
Telefon: +49 611 77881-0
e-mail: presse@bavc.de

Downloads

Typ Dateiname Dateigröße
pdf 01-11-05.pdf 96,1 KB

BAVC-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Nachrichten, Infodienste und Pressemitteilungen bequem per E-Mail

BAVC auf Twitter

Folgen Sie dem BAVC auf Twitter, um aktuelle Informationen und Neuigkeiten des Verbandes in Echtzeit zu erhalten.

BAVC-Partner

Heute Morgen Sozialpartnernetz Berufskompass Chemie Chemiepensionsfonds So.WIN mint UCI CSSA INQA Chemie hoch 3
VOILA_REP_ID=C12574AC:00338A87