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Chancengleichheit

Als erster Sozialpartner hat der Bundesarbeitgeberverband Chemie gemeinsam mit der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie bereits 1989 Grundsatzpositionen zur Chancengleichheit vereinbart. Mit dem Abschluss der Sozialpartner-Vereinbarung „Für eine chancengleiche und familienbewusste Personalpolitik“ ist 2006 die erste Vereinbarung novelliert worden. In dieser Sozialpartner-Vereinbarung wird für die Unternehmen in praktikabler Weise mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein besonderer Schwerpunkt gesetzt. Entscheidendes Kriterium für das Gelingen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind ausreichende staatliche Rahmenbedingungen, daher begrüßen die Sozialpartner das Umdenken in der Familienpolitik. Notwendig ist ein Dreiklang von Elternzeit, Elterngeld und flächendeckendem Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche. Besonders betont wird in der Sozialpartner-Vereinbarung, dass die Unternehmen dem Staat seine Verantwortung hierfür nicht abnehmen können; allerdings können sie durch ergänzende Maßnahmen wichtige Beiträge leisten, um Familien zu unterstützen. Durch den sich abzeichnenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften werden familienbewusste Arbeitsbedingungen im Unternehmen eine immer größere Bedeutung erlangen. Mittels unterstützender Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familienbetreuung kann die Rückkehr von Frauen und Männern ins Berufsleben erleichtert und so die Zeit ohne Berufstätigkeit verkürzt werden.

In den Unternehmen bestehen verschiedenartige Hilfen bei der Rückkehr aus der Elternzeit oder zur Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder bei der Pflege von Angehörigen. Einen großen Raum nehmen auch Maßnahmen zur Verwirklichung von Chancengleichheit ein: Dazu gehören beispielsweise Weiterbildungsangebote oder Seminare für Frauen, Förderung der Frauen im Führungskräftebereich z. B. durch Mentoring-Programme, das Angebot von Praktika für Mädchen.

Die Ausgestaltung der Maßnahmen ist dabei immer abhängig von der Beschäftigtenstruktur und der Betriebsgröße. Viele sinnvolle Aktivitäten erfolgen ohne aufwändige Stabs- und Projektarbeit, da gerade die individuellen Lösungen oftmals viel effektiver sind. Der BAVC und seine Mitgliedsverbände sehen sich dabei in der Rolle als Multiplikator, indem sie gelungene positive Beispiele aufgreifen, die insbesondere kleineren und mittelständischen Unternehmen Ideen und Anregungen für kreative und praktikable Lösungen für eine Balance zwischen Beruf und Familie geben. Den Erfolg dieser Aktivitäten lässt sich auch an dem positiven Trend der Beschäftigungssituation der Frauen in der chemischen Industrie ablesen. Im Führungskräftebereich ist der Anteil der Frauen zwischen 1988 und 2007 von knapp 8 vH auf jetzt über 22 vH gestiegen.
Die Sozialpartner haben eine Beratungsmappe erstellt, um die Unternehmen bei der Umsetzung einer chancengleichen und familienbewussten Personalpolitik zu unterstützen. Die Materialien sind so konzipiert, dass die jeweiligen Maßnahmen je nach den betrieblichen Gegebenheiten passgenau realisiert werden können. Daneben wurde flächendeckend in den Regionen in gemeinsamen Sozialpartnerveranstaltungen für die vielfältigen Möglichkeiten einer Umsetzung der Sozialpartner-Vereinbarung öffentlichkeitswirksam geworben.



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Typ Dateiname Dateigröße
Beratungsmappe_familienbewusste Personalpolitik.pdf 120,2 KB
Beratungsmappe_familienbewusste Personalpolitik_Bausteine.pdf 193,1 KB
Beratungsmappe_familienbewusste Personalpolitik_10 Schritte.pdf 229,6 KB
Beratungsmappe_Kinderbetreuung.pdf 185,1 KB
Elternzeit, betriebliche Kinderbetreuung.pdf 227,2 KB