Auch die Aktivitäten internationaler Organisationen betreffen zunehmend den sozialpolitischen Bereich und richten sich teilweise sogar spezifisch an die chemische Industrie. So hat die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) als Teil der Vereinten Nationen (UN) im Laufe der Jahre zahlreiche Konventionen verabschiedet, die für den Umgang mit gefährlichen Stoffen und die Prävention größerer Industriefunfälle gelten (z. B. Prevention of Major Industrial Accidents Convention, 1993). Daneben wurde 2006 bei der in Dubai abgehaltenen Internationalen Konferenz über Chemikalien-Management (ICCM) ein weltweites Übereinkommen über ein „Strategisches Konzept für das internationale Chemikalien-Management“ (SAICM) erzielt. Dieses Übereinkommen umfasst einen globalen Aktionsplan, eine politische Gesamtstrategie mit Zielsetzungen und eine Erklärung auf hoher Ebene. Es soll dazu beitragen, dass „Chemikalien in einer Weise eingesetzt und hergestellt werden, die zur Minimierung nennenswerter nachteiliger Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Umwelt führt“. Dabei spielt auch die Beteiligung der Beschäftigten und ihrer Vertreter eine Rolle, die über Elemente des sozialen Dialogs zu organisieren ist.
ICEM, die Internationale Föderation der Chemie-, Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften, begleitet die Aktivitäten der internationalen Organisationen als Vertreter der Beschäftigten. Um sicherzustellen, dass die Interessen der Chemie-Arbeitgeber auf internationaler Ebene berücksichtigt werden, haben sich die Chemie-Arbeitgeber im International Chemical Employers Labour Relations Committee (LRC) zusammengeschlossen, in dem der BAVC aktiv mitarbeitet. Beim LRC handelt es sich um ein informelles globales Arbeitgebernetzwerk der chemischen Industrie, das eng mit der Internationalen Arbeitgeberorganisation (IOE) kooperiert. Die Chemie-Arbeitgeber sind dabei derzeit die einzige Branche, die sich in dieser Form innerhalb der IOE auf globaler Ebene zu einer Kooperation zusammengeschlossen hat.
Das LRC dient der Pflege der globalen Kontakte der Chemie-Arbeitgeberverbände und begleitet die Aktivitäten der IOE und der ILO. Ferner pflegt es den Kontakt zu ICEM und koordiniert das Vorgehen der Arbeitgebergruppe bei den Sektorkonferenzen Chemie, die alle drei bis vier Jahre von der ILO in Genf ausgerichtet werden. Die intensive Mitarbeit des BAVC im LRC ermöglicht es, die Interessen der deutschen Chemie-Arbeitgeber auch auf internationaler Ebene wirkungsvoll einzubringen. Daneben gestaltet der BAVC auch die internationale Arbeit der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände (BDA) aktiv mit.








