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Transfer-Sozialplan

Viele Unternehmen in der chemischen Industrie stehen in Folge des internationalen Wettbewerbs vor weitreichenden unvermeidlichen Umstrukturierungsmaßnahmen. Die Chemie-Sozialpartner haben hierzu wirkungsvolle tarifliche Instrumente zur Beschäftigungssicherung auf den Weg gebracht. Reichen diese Instrumente nicht aus und ist trotzdem eine Personalanpassung erforderlich, wird diese gerade in größeren Unternehmen durch Sozialpläne begleitet. Der Regelungsinhalt dieser traditionellen Sozialpläne beschränkt sich allerdings in der Regel auf die Höhe der Abfindungen. Zukunftsperspektiven für eine neue Beschäftigung oder für einen Wechsel in Selbständigkeit werden damit nicht eröffnet.

Die Idee des Transfer-Sozialplans ist daher ein neuer Ansatz, um dem in unserer Gesellschaft vorrangigen Arbeitsmarktproblem zu begegnen. Statt für Abfindungsleistungen sollen die Sozialplanmittel durch ein vielfältiges System von Beratungs-, Qualifizierungs- und Vermittlungsleistungen für den Transfer in ein neues Beschäftigungsverhältnis genutzt werden. Anhand von Potentialprofilen der Mitarbeiter werden Strategien für eine effiziente Vermittlung oder Qualifizierung mit neuen Chancen auf dem Arbeitsmarkt entwickelt.

Zur Kofinanzierung von Personalanpassungen bestehen nach dem SGB III zwei Wege:
Die Förderung der Transfermaßnahmen nach § 216a SGB III und das Transferkurzarbeitergeld nach § 216b SGB III.
Um die Vorteile des Transfer-Sozialplan-Konzepts optimal ausschöpfen zu können, muss das dazu erforderliche Know-how keineswegs zwingend im Unternehmen selbst vorhanden sein. Auch mit der frühzeitigen Einbindung von externen Partnern (Arbeitgeberverband, Arbeitsverwaltung, Gewerkschaft, spezialisierte Beratungsunternehmen oder regionale Wirtschaftsförderung) können sinnvolle Lösungen gefunden werden.
Der Transfer-Sozialplan verlangt Arbeitgebern wie auch den Mitarbeitern und Betriebsräten ein neues Denken ab. Sie sind aufgefordert, zukunftsorientierte Lösungen gemeinsam zu gestalten. Ein Beitrag der Arbeitnehmer hierzu ist ein verstärktes unternehmerisches Denken sowie Beweglichkeit, Aktivität und Eigenverantwortung neben der Bereitschaft zu lebenslangem Lernen.

In der Broschüre 'Transfer-Sozialplan der chemischen Industrie - Veränderungen anders gestalten' werden Hinweise und Hilfestellungen gegeben, wie Betriebsänderungen und damit einhergehende Personalanpassungsprozesse zukünftig an der Beschäftigung orientiert gestaltet werden können. Außerdem berücksichtigt die Broschüre die seit 1998 gesammelten ersten Erfahrungen der betrieblichen Praxis mit der Umsetzung des Transfer-Sozialplan-Gedankens.



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Flyer_Transfer-Sozialplan.pdf 3,4 MB