Eine Analyse der Mehrarbeitsstunden in der deutschen Industrie zeigt, dass das Niveau der in den einzelnen Wirtschaftsbereichen zu verzeichnenden Überstunden sehr unterschiedlich ist. Während im verarbeitenden Gewerbe, also der Industrie insgesamt, im Durchschnitt knapp 1,5 Stunden pro Woche Mehrarbeit geleistet werden, liegt dieser Wert in der chemischen Industrie bei lediglich 0,4 Stunden.
Hauptursache für diesen geringen Wert ist die bereits seit 1996 in der chemischen Industrie existierende Tarifvereinbarung zwischen dem BAVC und der IG BCE zur Mehrarbeit. Danach werden Überstunden in der Regel nicht mehr bezahlt, sondern kurzfristig durch Freizeit abgegolten. Geschieht dieser Ausgleich innerhalb eines Monats, fallen auch keine Mehrarbeitszuschläge an. Diese Tarifregelung hat somit auch eine entsprechende Beschäftigungswirkung. Die Regelung hat dazu geführt, dass in der chemischen Industrie Mehrarbeit bis auf eine Puffer-Restgröße zurückgegangen ist. Die 0,4 Mehrarbeitsstunden je Arbeitnehmer pro Woche entsprechen noch nicht einmal drei vollen Arbeitstagen pro Jahr.
Forderungen zum Abbau von Überstunden betreffen die chemische Industrie aus diesem Grund nicht mehr.








