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Eine Entgelterhöhung von 4,5 Prozent für 19 Monate und ein substanzieller Schritt beim Thema „Demografie und Arbeitszeit”: Der Chemie-Tarifabschluss 2012 ist ein fairer Kompromiss, hart verhandelt und gemeinsam getragen von Arbeitgebern und IG BCE.

Eine Entgelterhöhung von 4,5 Prozent für 19 Monate und ein substanzieller Schritt beim Thema „Demografie und Arbeitszeit“: Der Chemie-Tarifabschluss 2012 ist ein fairer Kompromiss, hart verhandelt und gemeinsam getragen von Arbeitgebern und IG BCE.
 
Die chemische Industrie hat ihre tarifpolitische Spitzenposition mit neuen und innovativen Demografie-Instrumenten weiter ausgebaut. Die Beschäftigten werden angemessen am Erfolg der Branche beteiligt. „Das ist starke Tarifpolitik von starken Sozialpartnern“, fasst BAVC-Präsident Eggert Voscherau zusammen.
 
Mehr Schnittmengen in den Zielen...
 
Dabei war lange fraglich, ob eine Einigung überhaupt in Reichweite kommt. Von Vertagung war die Rede, einer 3. Runde in Suhl/Thüringen. Der Grund: eine heftige Kontroverse in Sachen Demografie und Arbeitszeit. Dieses sensible Thema war zu Beginn der Tarifrunde von Arbeitgeberseite aktiv als Verhandlungsmaterie eingebracht worden, ein Novum in der Chemie-Tarif­politik. Das Ziel: Ein Schritt hin zu längerem und flexiblerem Arbeiten, ein Mentalitätswandel, der notwendig ist angesichts der alternden Belegschaften.
 
Der IG BCE gebührt Anerkennung, dass sie die Demografie ebenfalls zu ihrem Thema macht. Sie hat sich nicht weggeduckt, sondern pragmatisch und konstruk­tiv nach neuen Wegen gesucht. Entscheidend für den Durchbruch in Berlin war, dass die Schnittmengen in den Zielen von Chemie-Arbeitgebern und IG BCE größer sind als die Konflikte in den Wegen. Ohne diesen sozialpartnerschaftlichen Kern wäre das Ergebnis wesentlich schlechter ausgefallen — für beide Seiten.
 
...als Konflikte in den Wegen
 
So aber hat die Chemie ihren guten Ruf als „Innovationsmotor“ und „Vorreiter“ (Pressestimmen) verteidigt. Die Chemie-Sozialpartner haben erneut bewiesen, dass sie gemeinsam mehr erreichen können. Darin liegt eine große Stärke der deutschen chemischen Industrie — und zugleich eine unteilbare Verantwortung: Beide Sozialpartner müssen die Grenzen des anderen kennen, diese Kernbereiche respektieren und dafür sorgen, dass ein Partner den anderen nicht überfordert. Anders gesagt: Wer einen Schritt gehen will, ohne dass der Partner mitkommt, steht am Ende alleine da.

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