In der Online-Gesellschaft des 21. Jahrhunderts scheint es, dass virtuelle Prozesse immer stärker materielle Prozesse ablösen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rolle die Industrie (im engeren Sinne: das produzierende Gewerbe) in Zukunft noch spielen wird. Klar ist: Auch im Zeitalter der Dienstleistungs- und der Wissensgesellschaft ist die Industrie nicht verschwunden. Die materielle Produktion bleibt das Fundament der Informationsgesellschaft.
In der Online-Gesellschaft des 21. Jahrhunderts scheint es, dass virtuelle Prozesse immer stärker materielle Prozesse ablösen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rolle die Industrie (im engeren Sinne: das produzierende Gewerbe) in Zukunft noch spielen wird. Klar ist: Auch im Zeitalter der Dienstleistungs- und der Wissensgesellschaft ist die Industrie nicht verschwunden. Die materielle Produktion bleibt das Fundament der Informationsgesellschaft.
Bedeutung und Zukunft der Industrie
Mit ihrem Buch „Die Modernität der Industrie“ will die Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA) einen Austausch über die Bedeutung der Industrie für den Wirtschaftsstandort Deutschland fördern. Birger P. Priddat, Professor an der Privaten Universität Witten/Herdecke, und CSSA-Geschäftsführer Klaus-W. West sind die Herausgeber des Ende 2012 veröffentlichten Aufsatzbandes.
Auf rund 400 Seiten werden Beiträge verschiedener Wissenschaftler, die sich mit Fragen der vierten Industrie, der Akzeptanz von Technik und Industrie, der Industrie als Problemlöser, dem Verhältnis von Kultur und Technik und der Industrie als Motor der Dienstleistungen befasst haben, präsentiert.
Thema: „Nachindustrielle Gesellschaft?“
Ziel des Buchprojektes war es, die vom Soziologen Daniel Bell Anfang der 1970er Jahre aufgestellte und bis heute diskutierte These einer „nachindustriellen Gesellschaft“ — Ablösung der Industriegesellschaft durch die Dienstleistungsgesellschaft — zu überprüfen.
Die Herangehensweise der Autoren an diese Fragestellung beschreiben die Herausgeber wie folgt: „Im Zentrum stand zunächst die Frage: Wie industriell oder postindustriell ist die gegenwärtige Gesellschaft tatsächlich? Im Laufe der Arbeit weitete sich das Themenspektrum aus. Was hat es mit der Dienstleistungsgesellschaft auf sich und was speist sie? Welche Mythen der Modernisierung bestehen im alltäglichen Sprachgebrauch? Was bedeutet Nachhaltigkeit wirklich, beispielsweise für Industrieunternehmen, und in welche Wertekonflikte kann sie führen?“
Fazit: Widerstandsfähigkeit der Industrie
Das Autorenteam ist davon überzeugt, dass auch im Zeitalter der Dienstleistungs- oder Wissensgesellschaft die materielle Produktion fundamental ist und auch in Zukunft bleiben wird: „Die Industrie erweist sich als erstaunlich widerstandsfähig — gegen alle Theorieversuche, ihr Ende herbeizureden. Sie hat ihre Zukunft noch vor sich.“
Leserdienst
Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA)
Die CSSA ist eine gemeinsame Einrichtung der Chemie-Sozialpartner Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).
www.cssa-wiesbaden.de