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Der jahrelange Beschäftigungsaufbau in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ist zunächst bedingt durch die Ende 2018 einsetzende Industrierezession und verstärkt durch die Corona-Pandemie in diesem Jahr zum Stillstand gekommen.  

Von 2010 bis 2019 hatten die Unternehmen der Branche in Summe 50.000 zusätzliche Stellen geschaffen und die Beschäftigung so innerhalb von nur einem Jahrzehnt um fast 12 Prozent gesteigert. Mit rund 464.000 Beschäftigten in den Kernbereichen der chemischen und pharmazeutischen Industrie erfasste die amtliche Statistik damit in 2019 so viele Mitarbeiter*innen wie zuletzt im Jahr 2003. 

Seit Beginn des Jahres 2020 verzeichnet die Beschäftigtenstatistik nun aber erstmals wieder negative Vorzeichen. In Summe ist die Zahl der Mitarbeiter*innen im ersten Halbjahr um etwa 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Zu dieser Entwicklung beigetragen haben zum einen Anpassungs- und Restrukturierungsmaßnahmen in den Betrieben, die bereits im Jahresverlauf 2019 eingeleitet und geplant worden waren und die eine Folge der Industrierezession sind. Zum anderen haben die Unternehmen in den ersten Monaten des Jahres 2020 infolge der Corona-Pandemie und der zunehmend unsicheren Geschäftsperspektiven größere Zurückhaltung bei der Nachbesetzung freiwerdender Stellen geübt und in einzelnen Bereichen geplante Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen zunächst verschoben.

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STANDPUNKT BAVC-Präsident Kai Beckmann

Weiterhin über 5 Millionen Kurzarbeiter bundesweit zeigen, dass dieses Instrument trägt und wir Entlassungen so weit wie möglich vermeiden können. Zugleich ist Kurzarbeit kaum eine Lösung für die lange Frist. Wir müssen sehr genau beobachten, wie sich die Zahlen weiterentwickeln und welche Kosten für Betriebe und Sozialversicherung entstehen. Kurzarbeit ist immer ein Investment mit ungewissem Ausgang. Ohne ein deutliches Licht am Ende des Tunnels lässt sich das nicht dauerhaft fortsetzen."

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Geleistete Arbeitszeit 2020 in Summe gesunken  

Um gut 1,1 Prozent ist im ersten Halbjahr auch die Summe der im Bereich der chemisch-pharmazeutischen Industrie geleisteten Arbeitsstunden zurückgegangen. Dabei war die Entwicklung in der Chemie im engeren Sinne mit plus 0,9 Prozent sogar leicht positiv. Hier spiegelt sich der konjunkturell zunächst positive Start der Branche in den ersten Monaten 2020 ebenso wider wie die niedrigen, durch die Industrierezession 2019 deutlich beeinflussten Vergleichswerte des Vorjahres. In der pharmazeutischen Industrie sank die Zahl der Arbeitsstunden in den ersten sechs Monaten hingegen um gut 6 Prozent. Noch deutlich stärker traf es aber die in großen Teilen ebenfalls in den Chemie-Arbeitgeberverbänden organisierten Betriebe der gummi- und kunststoffverarbeitenden Industrie: Hier fiel die Zahl der Arbeitsstunden von Januar bis Juni 2020 im Vorjahresvergleich um 10,5 Prozent. In dieser Teilbranche sind besonders viele Unternehmen tätig, die als Vorlieferanten für die Automobilindustrie direkt von der dortigen Entwicklung abhängig sind.

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Kurzarbeit im August rückläufig  

Im August 2020 befand sich noch jeder zehnte Beschäftigte in den Mitgliedsunternehmen der Chemie-Arbeitgeberverbände in Kurzarbeit. Nach einem Anteil von knapp 13 Prozent im Juli ist dies ein weiterer Rückgang. Im März 2020, vor Übergreifen der Corona-Pandemie auf Deutschland, aber nach einer bereits über ein Jahr andauernden Industrierezession, befanden sich nur rund 3 Prozent aller Beschäftigten der Branche in Kurzarbeit. Für April meldeten die Unternehmen einen Anteil von 13 Prozent. Im Mai und Juni wurde dann mit einer weiteren Steigerung auf 15 Prozent der vorläufige Höchstwert erreicht. 

Überdurchschnittlich stark von Kurzarbeit betroffen sind im Organisationsbereich der Chemie-Arbeitgeberverbände auch aktuell noch die Unternehmen der gummi- und kunststoffverarbeitenden Industrie. Im August befanden sich hier 27 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit; im Juli waren es sogar noch 38 Prozent. Im April hatte die Zahl in diesem Bereich der Branche mit zwei Dritteln aller Beschäftigten allerdings sehr viel höher gelegen; auch hier ist also zumindest eine gewisse Entspannung eingetreten. In der Chemie im engeren Sinne sind aktuell knapp 10 Prozent aller Beschäftigten in Kurzarbeit. Entgegen dem Trend in den anderen Bereichen ist dieser Wert seit mehreren Monaten damit praktisch stabil. In der pharmazeutischen Industrie gibt es weiterhin fast keine Kurzarbeit.

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Aktuell gibt es dabei in knapp einem Drittel aller Betriebe (31 Prozent) Beschäftigte in Kurzarbeit. Im Mai und Juni hatte dieser Wert in der Spitze bei deutlich über 40 Prozent gelegen. Meist wird das Instrument dabei weiterhin nur für einzelne Bereiche oder Produktionslinien und nicht für ganze Betriebe genutzt. Der durchschnittliche Arbeitsausfall bei den in Kurzarbeit befindlichen Beschäftigten lag im August bei 28 Prozent und damit nun ebenfalls deutlich niedriger als noch im Mai (62 Prozent) oder April (66 Prozent). 

Ursache für Kurzarbeit ist in den allermeisten der betroffenen Betriebe weiterhin die mangelnde Kundennachfrage; sie wird in über 95 Prozent der Fälle im August als Ursache genannt. Die zu Beginn der Pandemie verbreiteten Probleme durch ausbleibende Lieferungen von Vorprodukten oder aufgrund von Personalengpässen infolge von Quarantänemaßnahmen sind aktuell hingegen weitestgehend abgeklungen. 

In der Mitgliedschaft der Chemie-Arbeitgeberverbände sind es vor allem Vorlieferanten der Automobilbranche, die von Kurzarbeit in größerem Umfang betroffen sind. Bei diesen treffen die durch die Corona-Pandemie verursachten massiven Absatzrückgänge mit den strukturellen Veränderungen zusammen, mit denen sich die gesamte Wertschöpfungskette rund um das Automobil konfrontiert sieht.

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