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Mitte Oktober haben die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute ihr jährliches Herbstgutachten vorgelegt. Sie unterstreichen darin, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland weiterhin von der Corona-Pandemie gekennzeichnet ist. Zwar steige das Bruttoinlandsprodukt nach dem Abflauen der großen Infektionswellen seit dem Frühsommer, aber davon profitierten nur die konsumnahen Dienstleistungsbereiche. In der Industrie hingegen verhinderten die vielfältigen Lieferengpässe bei Vorprodukten ein Wachstum im Jahresverlauf 2021. Auch im kommenden Winterhalbjahr sei weiterhin mit einer nur gebremsten Erholung zu rechnen.

Wachstumsprognose deutlich reduziert

Während dieselben Institute im Frühjahr für das Jahr 2021 noch ein Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent erwartet hatten, mussten sie, bedingt durch die ausgebremste Erholung der Industrie, ihre Prognose nun ungewöhnlich deutlich auf 2,4 Prozent reduzieren. Ein weiteres Wachstum wird nun erst für den späteren Jahresverlauf 2022 erhofft. Dies steht aber unter der Bedingung, dass die Störungen in den Lieferketten der Industrie bis dahin tatsächlich behoben sind.

Inflationserwartung rückläufig

Mit Blick auf die Verbraucherpreise kommen die Wirtschafts-Experten zu dem Schluss, dass die aktuellen Steigerungsraten weitgehend durch die höheren Rohstoffpreise bedingt sind. Bei der so genannten „Kernrate“, der Inflation für die Güter des täglichen Bedarfs, sei der Preisauftrieb hingegen moderat. Der Impuls durch die Rohstoffpreise werde im Jahresverlauf 2022 voraussichtlich auslaufen und somit auch die Inflationsrate im kommenden Jahr wieder rückläufig sein. In Summe wird für 2022 noch eine Preissteigerung von 2,5 Prozent und von nur noch 1,7 Prozent in 2023 erwartet. Allerdings sieht das Gutachten durchaus die Gefahr einer Verstetigung oder sogar Steigerung der inflationären Tendenzen. Dies könne dann eintreten, wenn es in Folge steigender Konsumausgaben – etwa durch das Auflösen von während der Krise gebildeten Ersparnissen – und der in Teilen drohenden Engpass-Situation am Arbeitsmarkt zu überhöhten Lohnsteigerungen komme.

Umbruch erfordert Konsumverzicht

Die Experten der Institute äußern sich auch zu den mittelfristigen Perspektiven der Wohlstands-, Einkommens- und Konsumentwicklung in Deutschland. Das deutsche Produktionspotenzial, also der maximal zu erwirtschaftende Wohlstand bei guter Konjunkturentwicklung, wird demnach in den kommenden Jahren deutlich langsamer wachsen als bisher. Zum einen, weil die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zurückgehe, und zum anderen, weil Teile des so genannten gesamtwirtschaftlichen Kapitalstocks – der Summe aller Anlagen, Fabriken und der Infrastruktur – im Zuge der Dekarbonisierung obsolet würden und ihren Wert verlören.

Die Konsummöglichkeiten je Einwohner würden dabei gleich von zwei Seiten unter Druck geraten: Weniger Erwerbstätige müssen das Einkommen erwirtschaften und ein größerer Teil des Einkommens als zuvor muss investiert werden, um CO2-Emissionen zu senken. Daher verringerten sich auf absehbare Zeit die Konsummöglichkeiten. Nur durch gegenwärtigen Einkommens- und Konsumverzicht, so das Gutachten, wird es möglich sein, die gesellschaftlichen Ziele zum Beispiel im Klimaschutz zu erreichen.

Linktipp: Die Langfassung des Gutachtens können Sie hier herunterladen.

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