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Es war eines der bestimmenden Themen der drei vergangenen Jahre: die Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland. Nach einem kontinuierlichen Anstieg der Inflationsraten vom Jahresbeginn 2021 bis in den Herbst 2022 hinein hat sich die Entwicklung inzwischen aber gedreht. Die Steigerung der Verbraucherpreise ist seit über einem Jahr rückläufig.

Lieferengpässe waren der Beginn, …

Am Anfang der Entwicklung standen vielfältige Lieferengpässe in der Corona-Pandemie, die sich im Jahr 2021 weltweit bemerkbar machten. Im Zusammenhang mit einer gewissen konjunkturellen Erholung und einem Wiederanlaufen der Industrieproduktion führten diese Engpässe zu stark steigenden Preisen und wachsenden Inflationsraten im gesamten Jahr 2021. Am Ende des Jahres stand eine Preissteigerungsrate von 3,1 Prozent.

Durch den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine ab Februar 2022 folgte ein weiterer Schub auch für die deutschen Verbraucherpreise. Schock und Nervosität auf den Weltmärkten und weitreichende wirtschaftliche Sanktionen einschließlich eines Stopps für Öl- und Gaslieferungen aus Russland ließen die Energiepreise schnell ansteigen.

… Russlands Krieg der Brandbeschleuniger

Diese Energiepreisschocks führten zu einem Abfluss von im Inland erwirtschafteten Einkommen in das Ausland; der gesamtwirtschaftliche Wohlstand sank. Profiteure waren Länder, deren Öl- und Gasexporte nun weltweit verstärkt nachgefragt wurden. Besonders betroffen von dieser Entwicklung waren Volkswirtschaften, die stark von Energie- und Rohstoffimporten abhängig sind - so wie Deutschland.

Für die Unternehmen im Inland bedeutete die Entwicklung einen großen Kostensprung. Dieser zwang sie zu Effizienzsteigerungen und zumindest kurzfristig zur Hinnahme eines Gewinnrückgangs. In der Folge versuchten die Anbieter, wo immer möglich, ihre gestiegenen Kosten durch höhere Preise an die Verbraucher weiterzugeben.

Während somit in Europa angebotsseitige Verteuerungen durch Lieferengpässe und Energieknappheit die Preise steigen ließen, sorgte gleichzeitig in den USA eine auch dort extrem lockere Geldpolitik kombiniert mit einer stark expansiven Fiskalpolitik für eine nachfragegetriebene Inflation. Die US-Konsumenten hatten durch vielfache Unterstützungs- und Ausgabenprogramme in Summe mehr Geld zur Verfügung als Waren zum Verkauf standen.

Preisauftrieb nimmt ab

Im Jahresverlauf 2023 hat sich der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland nun aber spürbar abgeschwächt. Zuletzt lag die Inflationsrate zwischen 3 und 4 Prozent, nachdem sie am Jahresanfang noch bei über 8 Prozent lag. Der zugrundeliegende Preisauftrieb nahm im Jahresverlauf kontinuierlich ab. So stiegen die Verbraucherpreise im zweiten und dritten Quartal 2023 nur um jeweils 0,8 Prozent und im vierten Quartal gar nicht mehr gegenüber dem jeweiligen Vorquartal.

Wesentliche Komponente der abnehmenden Teuerung waren dabei die Energiepreise. Nachdem sie 2022 noch um rund 30 Prozent gestiegen waren, schwächten sie sich im letzten Jahr wieder deutlich ab. Zuletzt lagen sie um rund 5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dazu beigetragen hat zum einen der seit Sommer 2022 stark gesunkene Rohölpreis, der sich in den Verläufen der Kraftstoff- und Heizölpreise für Verbraucher widerspiegelt. Zum anderen sanken auch die Großhandelspreise für Strom und Gas nach ihrem Höhepunkt im Herbst 2022 wieder deutlich.

Der Druck auf die Preise nahm zuletzt aber in der gesamten Breite ab: so sank auch die Kerninflationsrate. Sie lag nach Werten von rund 6 Prozent zu Anfang 2023 gegen Ende des Jahres nur noch bei gut 3 Prozent. Auch die Preise für Nahrungsmittel, die bis Frühjahr 2023 rasant gestiegen waren, stagnieren seitdem tendenziell. Die aktuellen Prognosen gehen überwiegend davon aus, dass sich auch die Abschwächung der Kerninflation in den kommenden Monaten eher fortsetzt. Die Überwälzung der seit 2021 deutlich gestiegenen Produktionskosten in vielen Bereichen scheint zu großen Teilen abgeschlossen zu sein.

Prognosen für 2024: Inflation bei 2,6 Prozent

Auch wenn einige von der Politik gesetzte Sonderfaktoren den Rückgang der Inflation eventuell etwas verlangsamen könnten – eher preistreibend wirken das Auslaufen der reduzierten Mehrwertsteuer in der Gastronomie, die Reform der Lkw-Maut mit höheren Logistikkosten und auch die Reduzierung der Subventionen für die Landwirtschaft –, gehen die Prognosen der letzten Wochen allesamt davon aus, dass die Inflationsrate 2024 bei maximal 3 Prozent liegen wird. Die Werte reichen dabei von 2,1 bis 3,0 Prozent. Im Median ergibt sich eine Prognose von 2,6 Prozent. Damit wäre der Preisauftrieb schon wieder in Reichweite des Inflationsziels der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent und somit fast auf Normalniveau angekommen.

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