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Bis zu sieben Prozent mehr Geld und Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder – das ist die Kurzfassung der IGBCE-Forderungen für die Tarifrunde #Chemie24. Eine schlüssige Begründung bleibt die Gewerkschaft schuldig: 2023 ist die Produktion unserer Branche erneut eingebrochen, um weitere 8 Prozent. Der Umsatz lag mit minus 12 Prozent noch tiefer in den roten Zahlen. „Die Forderungen sind weder krisengerecht noch finanzierbar“, kritisiert BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller. „2024 steuert die Chemie auf eine Krisen-Tarifrunde zu. Wo keine Zuwächse sind, können wir auch keine verteilen.“

Kein Nachholbedarf in der Hochlohn-Branche Chemie

Die hohe Erwartungshaltung der IGBCE kommt zudem zur Unzeit: Zum 1.1.2024 wurden die Tabellenentgelte erneut um 3,25 Prozent erhöht. Zusätzlich haben die Beschäftigten im Januar 1.500 Euro steuer- und beitragsfreies Inflationsgeld erhalten – brutto für netto. „Für viele Unternehmen ist das ein absoluter Kraftakt“, unterstreicht Stiller. Hinzu kommt: Die Inflation dürfte in diesem Jahr wieder unter drei Prozent liegen. Ohne jede weitere Tariferhöhung werden die Chemie-Beschäftigten 2024 real wieder mehr in der Tasche haben. Stiller: „Nachholbedarf besteht vielleicht in anderen Branchen, aber nicht in der Hochlohn-Industrie Chemie und Pharma. Tarifbeschäftigte in Vollzeit kommen bei uns im Schnitt auf über 73.000 Euro im Jahr.“

Stärkung der Tarifbindung auf beiden Seiten

Bei der Stärkung der Tarifbindung hilft eine Diskussion um Vorteile für Gewerkschaftsmitglieder nicht weiter. Stiller: „Differenzierung auf Basis der Gewerkschaftszugehörigkeit spaltet die Belegschaften und findet keine Akzeptanz auf Arbeitgeberseite. Instrumente, die auf unserer Seite Mitglieder kosten, führen in die Sackgasse.“ Zur Stärkung der beiderseitigen Tarifbindung seien in erster Linie die Sozialpartner selbst gefragt: mit attraktiven Tarifverträgen, modernen Sozialpartner-Vereinbarungen und dem Willen zur Veränderung.

Eine Chance könnte hier die Modernisierung von Tarifverträgen bieten. „Auf Seiten der Arbeitgeber gibt es seit Langem Forderungen nach einer Entschlackung der Chemie-Tarifverträge. Wir werden eine Reihe von Vorschlägen in diese Diskussion einbringen, die Komplexität reduzieren und den Chemie-Tarif attraktiver machen können“, so Stiller.

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