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Wie zukunftssicher ist Ihre Personalstrategie? Wie gestaltet sich die Verfügbarkeit von Arbeitskräften am deutschen Arbeitsmarkt? Antworten liefert der neue Fachkräftecheck Chemie 2025.

Zentrale Ergebnisse der Studie

  • Fachkräfteengpässe bestehen weiter
    Am deutschen Arbeitsmarkt insgesamt gab es im Jahresdurchschnitt 2024 in den für die Chemie- und Pharma-Branche relevanten Berufen mehr als 71.000 offene Stellen, die nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden konnten.
  • Technik und Instandhaltung: 2.000 offene Stellen
    Besonders groß sind die Engpässe an qualifizierten Arbeitskräften im Berufsfeld „Technik und Instandhaltung“. In Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie konnten dort zuletzt mehr als 2.000 offene Stellen nicht besetzt werden.
  • Produktion: 1.500 offene Stellen, Schwerpunkt: Kunststoff- und Kautschuk
    Ebenfalls von Engpässen betroffen ist das Berufsfeld „Produktion“. Zuletzt konnten mehr als 1.000 offene Stellen in Unternehmen der Kunststoff- und Kautschukherstellung nicht besetzt werden. Die Fachkräftelücke in Unternehmen, welche chemische bzw. pharmazeutische Erzeugnisse herstellen, fällt in den relevanten Produktionsberufen mit knapp 500 nicht besetzbaren Stellen im Vergleich deutlich geringer aus.
  • IT: Engpässe moderat, mehr Bedarf durch KI & Digitalisierung erwartet

IT-Fachkräfte werden zwar dringend gesucht, die Engpasslage in der chemisch-pharmazeutischen Industrie fällt jedoch vergleichsweise moderat aus. Perspektivisch können Digitalisierung, Automatisierung und die Verbreitung von Künstlicher Intelligenz aber zu höheren Fachkräftebedarfen im IT-Bereich führen. 

  • Verwaltung und Logistik: Lage vergleichsweise wenig angespannt
    Vergleichsweise wenig angespannt war die Fachkräftesituation in den Berufsfeldern „Verwaltung“ und „Logistik“. So blieben in den Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie nur 75 bzw. 96 offene Stellen in Verwaltungs- bzw. Logistikberufen unbesetzt.
  • Forschung und Labor: Derzeit keine Fachkräfteengpässe
    Im Berufsfeld Forschung und Labor bestanden bundesweit keine Fachkräfteengpässe. 

Abbildung Impuls Artikel

Strategien aus dem Engpass: Was Unternehmen jetzt tun können

  • Mehr Berufsorientierung und Praktika
    Die duale Ausbildung ist und bleibt ein zentrales Fachkräftereservoir. Allerdings fällt es Unternehmen zunehmend schwer, Ausbildungsplätze mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Deshalb sollte das eigene Ausbildungsmarketing weiter gestärkt (z. B. Schulkooperationen, Praktika-Angebote, Social-Media-Marketing) sowie Unterstützungsangebote der Verbände (z. B. die Ausbildungskampagne “Elementare Vielfalt”) ausgebaut werden, um junge Menschen für die Ausbildungsberufe in der Chemie- und Pharma-Branche zu begeistern. 
  • Mehr Talent-Sharing auf Branchen-Ebene
    Arbeitsmarktdrehscheiben oder Empfehlungsplattformen wie der „Fachkräfteradar Chemie“ stärken nicht nur die eigene Arbeitgebermarke. Sie können in Zeiten der Transformation auch dazu beitragen, qualifizierte Beschäftigte in der Branche zu halten und heterogene Personalbedarfe auszugleichen. 
  • Mehr Erwerbsbeteiligung von Frauen
    Die Erwerbsbeteiligung von Frauen bietet weiteres Potenzial: In Technik, IT und Produktion sind die Frauenanteile noch deutlich ausbaufähig.
  • Mehr qualifizierte Zuwanderung
    Internationale Fachkräfte sind bereits ein wichtiger Bestandteil der Branche – jeder zehnte Beschäftigte stammt aus dem Ausland. Besonders erfolgreich ist die Rekrutierung in Logistik und IT. Dies gilt es weiter auszubauen und zu verstetigen.

Der Blick nach vorn: Was Unternehmen wissen sollten

  • Aktuelle Wirtschaftslage dämpft die Fachkräftenachfrage
    Die anhaltend schwache Konjunktur, hohe Energiepreise am Standort Deutschland und wachsende handelspolitische Risiken führen in bestimmten Geschäftsfeldern zu Umsatzrückgängen, aber auch zur Verlagerung oder Schließung von Betrieben. Die Folge: Außer im Bereich „Technik und Instandhaltung“ ist in allen Berufsfeldern die Zahl der offenen Stellen in den letzten Jahren zurückgegangen.
  • Transformation als Treiber zukünftiger Fachkräftebedarfe
    Perspektivisch können die digitale und ökologische Transformation sowie demografiebedingte Ersatzbedarfe aber wieder zu einer steigenden Fachkräftenachfrage führen. Voraussetzung dafür ist, dass sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Chemie-Branche wieder strukturell verbessern und Investitionen attraktiv machen. Dann wird sich auch zeigen, inwiefern Automatisierung, Digitalisierung und KI zu einer Abmilderung von Fachkräfteengpässen beitragen können. 

Über den Fachkräftecheck Chemie 2025
Der Fachkräftecheck Chemie analysiert auf Basis von Arbeitsmarktdaten die Situation in branchenrelevanten Berufsfeldern und gibt Handlungsempfehlungen für Unternehmen. Die Studie wurde im Rahmen des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (KOFA) durch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) erstellt und vom BAVC politisch begleitet.

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