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In unserer Branche bleibt derzeit kein Stein auf dem anderen: Einschnitte, Anlagenschließungen, Stellenabbau – die Chemie verliert nachhaltig an Substanz. Um diese dramatische Entwicklung zu stoppen, brauchen wir vor allem zwei Dinge: Gute Politik für den Standort und gute Tarifpolitik von Gewerkschaft und Arbeitgebern.

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STANDPUNKT: BAVC-Hauptgeschäftsführer Mathias Schöttke

"Es geht darum, Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen."

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Im Kern geht es darum, Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen. Das muss das gemeinsame Ziel von IGBCE und BAVC sein. Erreichen werden wir dieses Ziel nur mit mehr Produktivität -  höhere Kosten, sei es durch Zölle, wachsende Bürokratie oder durch steigende Entgelte, wären ein Rückschlag für die Unternehmen hier am Standort Deutschland.

Unsere Mitglieder haben deshalb glasklare Erwartungen an die Tarifrunde #Chemie26: Es gibt kein Wachstum. Es gibt keinen Aufschwung. Es gibt keinen Verteilungsspielraum. Im Gegenteil: Den Betrieben steckt die Entgelterhöhung um 4,85 Prozent vom April 2025 noch in den Knochen. Vereinbart als Teil des Tarifabschlusses 2024, hat die reale wirtschaftliche Entwicklung diesen Kostenschub aus heutiger Sicht in keiner Weise gerechtfertigt. Vielmehr sind die Arbeitgeber bei diesem „Schluck aus der Pulle“ massiv in Vorleistung gegangen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Angesichts des kritischen Zustands unserer Branche muss auch die Tarifpolitik ihren Beitrag zur Konsolidierung leisten. Tarifpolitik muss jetzt entlasten, nicht zusätzlich draufpacken. Machen wir Arbeit am Standort Deutschland noch teurer, verschärfen wir die Krise und stellen noch mehr gut bezahlte Arbeitsplätze ins Risiko.

Wenn die IGBCE ab 19. Oktober auf ihrem Gewerkschaftskongress in Hannover über Wege für eine Stabilisierung der Chemie-Industrie berät, muss eines klar und deutlich werden: Tarifpolitisch ist jetzt eine Atempause angesagt! Diese Atempause brauchen unsere Unternehmen, damit sie sich so gut wie möglich neu aufstellen können.

Es ist absehbar, dass unsere Branche in naher Zukunft eher schrumpft als wächst. Angesichts dieser Herausforderung müssen die Sozialpartner Verantwortung übernehmen. Mit unserer Tarifpolitik haben wir es selbst in der Hand.

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