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Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) hat ihren Jahresbericht 2024 veröffentlicht. Darin werden zentrale Kennzahlen zu Mitgliedsbetrieben, Versicherten, Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten präsentiert – sowohl für die gesamte BG RCI als auch differenziert nach den sechs Branchen (Baustoffe – Steine – Erden, Bergbau, chemische Industrie, Lederindustrie, Papierherstellung und Ausrüstung, Zucker). Die Ausgaben für Prävention, Entschädigung und Verwaltung werden jeweils als Gesamtkosten ausgewiesen.

Erfolgreiche Präventionsarbeit

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle blieb 2024 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Für die BG RCI wurden auf 1.000 Vollarbeitende 16,96 und für die chemische Industrie 13,92 Arbeitsunfälle gemeldet (2023: 16,92 bzw. 13,85). Wie in den Jahren zuvor liegen die Werte unter den Unfallzahlen der gesamten gewerblichen Wirtschaft (20,85 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollarbeitende in 2023 und 20,60 in 2024). Die deutlich geringeren Unfallzahlen insbesondere auch in der chemischen Industrie zeigen erneut, dass die Unternehmen und die BG RCI mit ihren gezielten Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangeboten eine sehr erfolgreiche Präventionsarbeit leisten. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz befindet sich in unserer Branche somit auf sehr hohem Niveau.

Zur Bewertung der Entwicklung bei Berufskrankheiten ist eine mehrjährige Betrachtung notwendig. Je nach Krankheitsbild kann es zu unterschiedlich langen Vorlaufzeiten bis zur amtlichen Anerkennung als Berufskrankheit kommen, womit diese Zahlen erst zeitverzögert in die Statistik einfließen. Im Fünfjahresvergleich (2020–2024) zeigt sich bis 2023 eine positive Tendenz bei den Anerkennungen und neuen Erwerbsminderungs- bzw. Hinterbliebenenrenten. 2024 stiegen die Zahlen jedoch über das Niveau von 2021 an: Die Anerkennungen von Berufskrankheiten erhöhten sich von 1.342 auf 1.712, die neuen Renten von 494 auf 503. Auf die chemische Industrie entfielen 792 Anerkennungen und 218 neue Renten (2022: 588 und 197). Ob dieser Anstieg eine tatsächliche Verschlechterung oder einen Nachholeffekt darstellt, bleibt abzuwarten.

Wegeunfälle wieder auf Vor-Corona-Niveau

Nach einem deutlichen Rückgang der Wegeunfälle im Jahr 2020 (2,8 je 1.000 Vollarbeitende) sind die Zahlen in den Folgejahren wieder auf das Vor-Corona-Niveau angestiegen (2019: 3,2) und bewegten sich zuletzt zwischen 3,13 (2021 und 2024) und 3,30 (2023). Die Zahl der neuen Wegeunfallrenten sank von 161 (2023) auf 149 (2024). Ein Grund für die gestiegenen Unfallzahlzahlen kann in der Ausweitung der versicherten Wegeunfälle in den letzten Jahren liegen. Aus Sicht der Chemie-Arbeitgeber sollten Wegeunfälle aus dem Leistungskatalog ausgegliedert werden, statt den Versicherungsschutz auf weitere Bereiche auszuweiten, die nicht im Verantwortungsbereich der Arbeitgebenden liegen.

BGRCI2025

Quelle: BG RCI

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