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Die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie sehen sich selbst und ihre Branche weiterhin in einer tiefen Krise. Im Jahresverlauf 2025 hat sich die Lage vielfach noch einmal verschlechtert. Für 2026 erwarten nur wenige Betriebe eine spürbare Besserung ihrer Situation. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage, die die Mitgliedsverbände des BAVC im November und Dezember 2025 durchgeführt haben. An der Umfrage haben sich knapp 400 Unternehmen mit über 210.000 Beschäftigten aus allen Sektoren der Branche beteiligt.

Aktuelle Lage schlecht – und keine Hoffnung auf Besserung

Die wirtschaftliche Lage des eigenen Unternehmens wird aktuell von 42 Prozent der Befragten als „schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“ eingeschätzt. Eine positive Einschätzung geben nur 15 Prozent der Betriebe. Zum Vergleich: Anfang 2020, vor Beginn der Pandemie und des russischen Angriffs auf die Ukraine (aber auch bereits im zweiten Jahr der Industrie-Rezession in Deutschland), hatten noch 45 Prozent der Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie eine positive und nur 20 Prozent eine negative Einschätzung ihrer Situation gegeben.

Gefragt nach dem Vergleich mit dem Jahr 2024 meldeten sogar mehr als die Hälfte der Unternehmen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage im Verlauf des Jahres 2025 noch einmal verschlechtert hat: Bei 20 Prozent ist sie „deutlich“ und bei 38 Prozent „etwas“ schlechter als 2024. Eine Verbesserung spürten in 2025 hingegen nur 13 Prozent der Unternehmen.

Für 2026 haben die Betriebe keine große Hoffnung. Im Gegenteil: Mehr als jeder Dritte erwartet eine nochmalige Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Lage. 10 Prozent sehen diese im kommenden Jahr noch einmal deutlich schlechter als 2025, 28 Prozent erwarten sie etwas schlechter. Eine Veränderung zum Positiven sehen hingegen nur 21 Prozent.

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Bei der Frage nach dem Zeitpunkt, zu dem die Unternehmen eine wirtschaftliche Erholung für die Branche und ihr eigenes Geschäft erwarten, geben nur 18 Prozent an, dass sie entweder kaum von der Krise der letzten Jahre betroffen waren oder eine Erholung bei Ihnen schon 2025 eingesetzt hat. Nur 6 Prozent erwarten eine konkrete Erholung in 2026. Mit 49 Prozent glaubt rund die Hälfte, dass frühestens ab 2027 mit einer Besserung zu rechnen ist. Und ein gutes Viertel der Betriebe (26 Prozent) hat gar die Hoffnung auf eine Erholung des Geschäfts am Standort Deutschland ganz aufgegeben.

Fast jeder Vierte mit Verlust

Die Ertragslage der Unternehmen stellt sich angesichts dieser Einschätzungen zur wirtschaftlichen Situation der Branche entsprechend dramatisch dar. Mit 23 Prozent gibt fast jeder vierte Betrieb an, das Jahr 2025 in Deutschland mit einem Verlust abzuschließen, weitere 27 Prozent erwarten eine Nettoumsatzrendite von maximal drei Prozent. Zusammen sind dies exakt die Hälfte der Unternehmen der Branche, die es 2025 nicht geschafft haben, ihre Kapitalkosten zu verdienen.

Beim Blick auf 2026 verändert sich hieran in Summe wenig. Erneut geben mit 49 Prozent rund die Hälfte der Unternehmen an, für das kommende Jahr einen Verlust oder eine Nettoumsatzrendite von maximal drei Prozent zu erwarten.

Weniger Produktion, mehr Restrukturierung und Personalabbau

Die detaillierten Erwartungen der Unternehmen für 2026 zeigen, dass jeweils rund die Hälfte für den eigenen Betrieb von weiter sinkender Produktion (51 Prozent), zurückgehenden Gewinnen (51 Prozent), niedrigerem Umsatz im Inland (51 Prozent), geringeren Auftragseingängen (43 Prozent) und in der Folge auch weniger Investitionen in Deutschland (50 Prozent) sowie einer rückläufigen Beschäftigung (45 Prozent) ausgeht.

Steigerungen im Vergleich zu 2025 erwarten die Betriebe hingegen beim Umfang der Restrukturierungsmaßnahmen (55 Prozent) und den Maßnahmen zum Personalabbau (51 Prozent).

Gefragt nach den bereits eingeleiteten oder für 2026 konkret vorbereiteten Maßnahmen in den Unternehmen, mit denen diese der tiefen Krise begegnen, dominiert die Reduzierung des Personalbestands. Jeweils ein Viertel der Mitgliedsbetriebe der Chemie-Arbeitgeberverbände gibt an, 2025 bereits Personalabbaumaßnahmen durchgeführt zu haben (25 Prozent) bzw. diese für 2026 zur konkreten Umsetzung geplant zu haben (23 Prozent). Noch einmal 18 Prozent geben an, solche Maßnahmen vorbereitet zu haben, sind sich aber noch unsicher mit Blick auf die Umsetzung in 2026. Damit planen in 2025 und 2026 zwei von drei Unternehmen eine Reduzierung ihrer Belegschaften.

Auch die Verlagerung einzelner Anlagen oder ganzer Betriebe aus Deutschland an ausländische Standorte (8 Prozent in 2025 umgesetzt, weitere 12 Prozent für 2026 geplant) und die Stilllegung von Teilen ihrer Produktion in Deutschland (8 Prozent in 2025 umgesetzt, 10 Prozent für 2026 geplant) sind ganz konkrete Folgen der Krise.

Aktuelle Probleme durch fehlende Aufträge und Krankenstand

Störungen im Betriebsablauf, also zum Beispiel die Reduzierung der laufenden Produktion oder Verzögerungen von Auslieferungen, werden vor allem durch fehlende Aufträge verursacht. Mit 58 Prozent sind mehr als die Hälfte der Betriebe hiervon stark betroffen. Noch einmal 26 Prozent melden eine leichte Betroffenheit. Damit fehlen in Summe bei 84 Prozent der Unternehmen der Branche derzeit ausreichend Aufträge, um einen normalen Betriebsablauf zu organisieren.

An zweiter Stelle der Ursachen für Störungen im November und Dezember 2025 wurde der hohe Krankenstand genannt. Bei 36 Prozent kommt es hierdurch zu stärkeren, bei weiteren 41 Prozent zu leichteren Problemen. Ebenso besteht eine hohe Betroffenheit durch die Zollkonflikte und internationale Handelssanktionen. In Summe 55 Prozent der Unternehmen sehen ihre Betriebsabläufe hierdurch aktuell beeinträchtigt.

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