BDA-Publikation:
Fakten statt Zerrbilder des Sozialstaats

Während des Bundestagswahlkampfs und auch als Begleitmusik zu den ­Sondierungen und Koalitionsverhandlungen war es immer wieder zu hören und zu lesen: Deutschland habe einen Nachholbedarf bei sozialer Gerechtigkeit. Die ­Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat nachgerechnet und diesen Zerrbildern Fakten gegenübergestellt.

Arbeitgeber tragen größte Kostenlast

Der Umfang der deutschen Sozialleistungen steigt seit Jahren. 2017 ist er über die Marke von 1 Billion Euro geklettert. Die Sozialleistungsquote, der Anteil aller Sozialleistungen an der gesamten Wirtschaftsleistung, liegt inzwischen bei rund 30 Prozent – und damit klar oberhalb der Durchschnittswerte aller ­Industriestaaten (OECD) und der Europäischen Union. Für etwa ein Prozent der Weltbevölkerung, das in Deutschland lebt, zahlt unser Staat acht Prozent aller Welt-Sozialleistungen. Etwa jeder zwölfte Euro, der weltweit an Sozialleistungen gezahlt wird, fließt damit in Deutschland – und muss vorher von Steuer- und Beitragszahlern hierzulande aufgebracht werden.

Allein in der letzten Legislaturperiode hat das Gesamtvolumen der Sozial­leistungen in Deutschland um über 17 Prozent zugelegt. Die Inhalte des zwischen CDU/CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrages legen nahe, dass sich diese Entwicklung ungebremst fortsetzen wird.

Von den Sozialleistungen hierzulande wird der größte Anteil von den Arbeitgebern gezahlt. Über 34 Prozent der Gesamtausgaben speisen sich laut Bundesregierung aus dieser Quelle.

Großer Abstand zwischen Brutto und Netto

Eine der Ursachen für diese Verteilung der Finanzierung: Deutschland hat im internationalen Vergleich besonders hohe Sozialabgaben auf Löhne und Gehälter. Diese führen aber auch zu einem hohen sogenannten Abgabenkeil aus Sicht der Beschäftigten. Dessen Höhe – angegeben als Differenz zwischen Arbeitskosten und Nettolöhnen – betrug in Deutschland für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener ohne Kinder zuletzt 49,4 Prozent (OECD-Durchschnitt 36 Prozent). Noch höher ist die sogenannte Grenzabgabenbelastung bei Löhnen und Gehältern. Sie beträgt beim genannten Personenkreis gut 60 Prozent. Das bedeutet: Von jedem zusätzlichen Euro, den ein Arbeitgeber für Beschäftigte in dieser Gruppe auf­wendet, kommen bei diesem als Nettoverdienst weniger als 40 Cent an.

Die BDA hat eine Vielzahl weiterer Daten und Fakten zum deutschen Sozialstaat zusammengestellt. Darin wird auch aufgezeigt, dass ohne deutliche Reformschritte die Gesamtbelastung für Arbeitgeber und Beschäftigte aus den Beiträgen zu den gesetzlichen Sozialversicherungen bis 2040 auf über 48 Prozent ansteigen wird.

Außer ambitionslosen Lippenbekenntnissen enthält der jüngst vorgelegte ­Koalitionsvertrag keinerlei Maßnahmen, diesen Anstieg zu begrenzen. Im Gegenteil: Die vorhandenen Reserven im System werden durch kurzfristige Leistungs­ausweitungen innerhalb einer Legislaturperiode weitgehend verpulvert.

 

Mehr Infos
Die BDA-Publikation können Sie hier herunterladen: www.arbeitgeber.de



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