Fachkräftecheck Chemie:
Der Mangel wird greifbarer

Er wurde ebenso hochgejubelt wie als „Mythos“ gebrandmarkt: der Fachkräftemangel. Doch worin besteht ein solcher „Mangel“ überhaupt? Und wie betroffen ist die Chemie? Antworten darauf gibt erstmals der „Fachkräftecheck Chemie“.

Im Auftrag des BAVC hat KOFA, das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, eine Studie erstellt, die die Fachkräftesituation in den Berufen beleuchtet, die für die Chemie-Branche besonders relevant sind. Grundlage ist eine Sonderauswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA). Hier die zentralen Ergebnisse:

Engpässe vor allem im technischen Bereich

Viele der naturwissenschaftlich qualifizierten Fachkräfte sind in der Chemie-Industrie tätig und bilden dort den Kern der Belegschaften. Es werden aber auch andere Qualifikationen benötigt, etwa in technischen und kaufmännischen Berufen. Hier steht die Chemie in stärkerer Konkurrenz mit anderen Branchen.

Bei 18 von 35 untersuchten Berufen waren Engpässe festzustellen. Während nur zwei kaufmännische und drei naturwissenschaftliche Berufe betroffen waren, liegt der größte Teil der aktuellen Engpassberufe mit 13 von 16 betrachteten Gattungen im Fachbereich der technischen Berufe.

Zehn Berufe sind stark betroffen

Selbst unter der Annahme, dass alle offenen Stellen tatsächlich bei der BA gemeldet würden, reichte die Zahl der Arbeitslosen in zehn relevanten Berufsfeldern rechnerisch nicht aus, um alle Stellen zu besetzen. Von diesen starken Engpässen fallen die Chemikanten und Pharmakanten unter die naturwissenschaftlichen Berufe. Fast alle anderen betroffenen Berufsgattungen liegen im technischen Fachbereich. Dies sind insbesondere Fachkräfte für Mechatronik sowie für Automatisierungstechnik.

Während gerade technische Berufe bereits seit mehreren Jahren von Fachkräfteengpässen betroffen sind, zeigt sich für die naturwissenschaftlichen Kernberufe der Chemie-Branche ein weniger angespanntes Bild. Derzeit sind jedoch bei Chemikanten und Pharmakanten, bei Fachkräften im Lacklaboratorium und bei Fachkräften im chemisch-technischen Laboratorium Fachkräfteengpässe zu verzeichnen.

Nachwuchssuche gestaltet sich weiterhin schwierig

In IT- und Laborberufen ist die Ausbildungssituation stabil, in technischen Berufen treten mehr Schwierigkeiten bei der Nachwuchssuche auf.

Seit 2010 hat sich der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze kontinuierlich von durchschnittlich 1,4 Prozent auf nunmehr 3,5 Prozent erhöht. In absoluten Zahlen ausgedrückt, gab es allein in den technischen Berufen 2016 fast doppelt so viele unbesetzte Ausbildungsplätze wie 2010 – und das, obwohl nur ein vergleichsweise geringer Teil der Bewerber unversorgt bleibt.

 

Mehr Informationen
Die ausführlichen Studienergebnisse können Sie auf unserer Website herunterladen: www.bavc.de



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