Toolbox Arbeiten 4.0:
Vom Elfenbeinturm in die betriebliche Praxis

Arbeiten 4.0, der Sammelbegriff für alles, was mit der Digitalisierung der Arbeitswelt zu tun hat, wird konkreter. Die Chemie-Arbeitgeber haben gemeinsam mit Experten aus der betrieblichen Praxis einen Instrumentenkasten entwickelt, mit dem sich wichtige Fragen, die sich Unternehmen im Zuge der Einführung digitaler Technologien stellen, beantworten lassen: die „Toolbox Arbeiten 4.0“.

Unterstützung für die digitale Transformation

Diese Werkzeuge liefern praktische Unterstützung zu folgenden Themenschwerpunkten:

Bildung
Hier wird gezeigt, welche neuen Formen des digital unterstützten Lernens es in der Ausbildung gibt und wie Aus- und Weiterbildung für digital kompetente Arbeitnehmer sorgt. Ein Schlüsselberuf unserer Branche - der Chemikant - steht hier im Mittelpunkt. Für ihn wurden sowohl ein neuer Baustein für die bestehende Ausbildungsordnung entwickelt („Wahlqualifikation“) als auch ein Weiterbildungsmodul, das die bestehenden Belegschaften fit für die Digitalisierung macht.

Flexibilität
Dieser Teil der Toolbox trägt dem gesteigerten Bedürfnis nach zeitlicher und räumlicher Flexibilität von Beschäftigten und Betrieben Rechnung. Für das Thema „Lebensphasenorientierung“ gibt es ebenso eine Praxishilfe wie für „mobiles Arbeiten“ oder Flexibilisierungsmöglichkeiten in der Schichtarbeit.

Gesundheit
Sieben Gesundheits-Wegweiser („Navigatoren“) durch verschiedene Themengebiete der Arbeitswelt 4.0, zum Beispiel Arbeiten in virtuellen oder internationalen Teams, Umgang mit Kommunikationsplattformen, Interaktion Mensch/Technologie, wurden von Experten unserer Branche entwickelt. Gesundheit wird in einem immer flexibleren Arbeitsumfeld mehr und mehr zu einem Thema der Eigenverantwortung und Unternehmenskultur.

Datenschutz
Fachleute für Beschäftigtendatenschutz erarbeiten zurzeit außerdem Navigatoren, die sowohl den „Schutz“- als auch den „Chancen“-Aspekten im Umgang mit Big Data im HR-Bereich Rechnung tragen sollen. Diese Handlungshilfen werden als weiteres Angebot in der Toolbox verfügbar sein.

Die Entwickler der Toolbox

Die „Toolbox Arbeiten 4.0“ verbindet Service und Praxis: Aus dem Bedürfnis heraus, „Arbeiten 4.0“ handhabbarer zu machen, haben sich Anfang 2017 Repräsentanten aus Unternehmen und Verbänden in Ad-hoc-Gremien zusammengefunden und gemeinsam die Handlungshilfen entwickelt: Motor der Verbandsarbeit auf diesem Gebiet war und ist der Ausschuss Arbeiten 4.0 unter Leitung von Ariane Reinhart, Personalvorstand der Continental AG. Heraus kam die „Toolbox Arbeiten 4.0“ - ein Instrumentenkasten, der sich als Starterkit versteht, nicht als Stein der Weisen. Die Toolbox kann nicht alle Probleme einer noch unbekannten digitalen Zukunft lösen. Sie kann Unternehmen, besonders kleine und mittlere, dazu ermutigen und befähigen, sich auf den Weg in eine Arbeitswelt zu machen, in der sie innovativ, wettbewerbsfähig und zugleich attraktiv für bestehende Belegschaften und potenzielle neue Mitarbeiter sein müssen.

Chemie-Arbeitgeberverbände als Multiplikatoren

Jetzt gilt es, die Anwender in den Unternehmen auf das neue Angebot aufmerksam zu machen. Eine Schlüsselrolle nehmen hier die Chemie-Arbeitgeberverbände vor Ort ein.

In den kommenden Wochen wird der 4.0-Instrumentenkasten in die Intranets der regionalen Verbände eingebunden und so den Unternehmen zugänglich gemacht. Ein Erklärvideo führt in die Logik der Toolbox ein. Auch wird es Veranstaltungen vor Ort geben, bei denen das Thema „Digitalisierung der Arbeitswelt“ von den Höhen gesellschaftlicher Großdebatten auf die konkrete Gestaltungsebene des künftigen Arbeitens in der Chemie heruntergebrochen wird.

Jeder Schritt ein Zwischenschritt

Dabei ist eines klar: Arbeiten 4.0 ist nie erledigt. Lösungen, die gefunden werden, sind immer nur vorläufige. Das liegt am Thema selbst: Digitalisierung ist ein so umfassender und atemberaubend schneller Transformationsprozess, der einiges, was schon beantwortet schien, wieder in Frage stellt. Insofern ist jeder Schritt, den Unternehmen und Verbände tun, immer nur ein Zwischenschritt. Auch die Toolbox hat den Charakter eines „atmenden Systems“, das sich in dem Maße verändern muss, wie die Arbeitswelt technologiegetrieben ihr Gesicht verändert. Sie ist Starthilfe und immer unfertig - und damit eine Art „Minimal Viable Product“, also ein minimal funktionsfähiges Produkt, das entwickelt werden muss, um mit minimalem Aufwand den Kundenbedarf zu decken und Feedback zu gewährleisten. In einfachen Worten: Es geht darum, Dinge einfach mal auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln - dabei gegebenenfalls auch zu scheitern und Fehler zu erkennen, um auf Grundlage dieser Erkenntnisse dann Lösungen entwickeln zu können.

 

Standpunkt
BAVC-Präsident Kai Beckmann


„Wie gestalten wir „Arbeiten 4.0“ konkret? Worauf ist bei der Einführung und Nutzung digitaler Technologien und Prozesse zu achten? Weil diese Fragen alle Unternehmen fordern, haben wir im Netzwerk der Chemie-Arbeitgeber Expertenteams gebildet und Praxishilfen für die Betriebe entwickelt. Mit Agilität und Kollaboration ist so die „Toolbox Arbeiten 4.0“ entstanden. Jedes Mitgliedsunternehmen kann auf diese Unterstützung zurückgreifen, um die Chancen der Digitalisierung besser zu nutzen.“

 

 

Service
Jedes Mitgliedsunternehmen der Chemie-Arbeitgeberverbände kann die „Toolbox Arbeiten 4.0“ nutzen. Bei allen Fragen hilft Ihr Verband vor Ort. Hier das Video zur Toolbox: www.bavc.de



Downloads

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pdf Impuls_05_2018_Toolbox Arbeiten 4.0.pdf 164,5 KB

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