EU-Projekt gegen Jugendarbeitslosigkeit:
Sozialpartner fördern Mobilität

Mehr als 100 Teilnehmer aus ganz Europa kamen Ende September 2017 zur Abschlusskonferenz des EU-Projekts "Mobility and Mentoring - Increasing Employment of Young People in the European Chemical Industry" in Lissabon zusammen, darunter Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter, HR-Experten, junge Chemiker sowie Vertreter der Politik. Das Projekt lief über einen Zeitraum von zwei Jahren und wurde von der Europäischen Kommission finanziell unterstützt.

Mobilitätsbereitschaft bei jungen Menschen verbessern

Aktuell sind nur 2,6 Prozent der Menschen in Europa bereit, für die Arbeitssuche in ein anderes EU-Land zu wechseln. Von der großen Mehrheit derjenigen, die lieber in ihrem Heimatland leben, bleibt ein Großteil der Menschen sogar in einem Umkreis von etwa 100 km zu dem Ort, in dem sie aufgewachsen sind. Diese Einstellung muss sich in den kommenden Jahren ändern, denn in vielen EU-Mitgliedstaaten herrscht weiterhin eine andauernd hohe Jugendarbeitslosigkeit.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Projekt "Mobility and Mentoring" zum Ziel gesetzt, die Jugendmobilität in der EU zu fördern und jungen Menschen berufliche Perspektiven in der europäischen Chemie- und Pharmabranche zu ermöglichen. Projektpartner sind die Chemie-Sozialpartner auf EU-Ebene, ECEG (European Chemical Employers‘ Group), IndustriAll European Trade Union und FECCIA (European Federation of Managerial Staff in the Chemical and Allied Industries).

Mobility and Mentoring-Portal für den Chemie-Sektor

Um junge Menschen zu mobilisieren und ihnen bessere Chancen auf dem EU-Arbeitsmarkt anzubieten, ist der persönliche Kontakt ein wichtiger Türöffner. Die größten Hemmnisse für Mobilität sind fehlende Erfahrung und Unkenntnis der Arbeitswelt im Ausland sowie des sozialen und kulturellen Kontextes. Zudem müssen sprachliche und administrative Hürden überwunden werden. Die Projektpartner haben diese Herausforderungen erkannt und freiwillige Mentoren mit unterschiedlichem beruflichen Kontext (z.B. HR, Ausbilder) aus verschiedenen Unternehmen der chemischen Industrie in Workshops zu interkulturellen Chancen und Herausforderungen geschult. Die ausgebildeten Mentoren sollen anschließend jungen Menschen mit einer Berufsausbildung oder einem Studium im Bereich Chemie als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, um Jugendlichen ohne Job die Suche nach einer geeigneten Arbeitsstelle zu erleichtern.

Die Kontaktaufnahme zwischen den Interessenten und den Mentoren erfolgt über das Mobilitätsportal www.mobilitymentoringportal.eu, das ab 1. Dezember 2017 in allen EU-Sprachen angeboten wird. Hier können Interessenten ihr berufliches Profil, ihre Sprachkenntnisse und ihr Wunschland eingeben, in dem sie arbeiten möchten. Diese Daten werden anschließend an einen geeigneten Mentor aus dem Zielland weitergeleitet und so der Kontakt hergestellt. Anschließend setzen sich die Mentoren persönlich mit den jeweiligen Interessenten in Verbindung. Die Mentoren unterstützen und begleiten die jungen Menschen bei der Stellensuche und in der Bewerbungsphase. Sie haben jedoch nicht die Funktion eines Arbeitsvermittlers. Vielmehr vermitteln sie nützliches Wissen über die Branche und die Unternehmenssituation im jeweiligen Zielland. Darüber hinaus geben sie auch Hilfestellung bei der Wohnungssuche oder in Verwaltungsangelegenheiten. Etwa 200 Mentoren aus vielen EU-Mitgliedstaaten engagieren sich bereits.

Weitere Synergien schaffen

Ein wichtiges Signal der Abschlusskonferenz in Lissabon ist die Zusage der weiteren Kooperation durch die Europäische Kommission. Es sollen zudem Synergien mit bereits bestehenden Mobilitätsportalen geschaffen werden, wie zum Beispiel mit dem Europäischen Portal zur beruflichen Mobilität (EURES). So könnten Kommunikationskanäle zwischen beiden Portalen stärker verknüpft oder ein sektorspezifischer "EURES European Job-Day" angeboten werden.

ECEG-Präsident Yves Verschueren unterstrich in seiner Rede auf der Konferenz, dass das Mobilitätsprojekt ein Erfolgsbeispiel dafür sei, wie Förderprogramme der Europäischen Kommission den Alltag der Bürger in der EU verbessern können und hob hervor, dass den Sozialpartnern im Rahmen des Projekts eine Schlüsselrolle zukommt. Die Europäische Kommission erwägt nunmehr, weitere finanzielle Mittel für das Projekt zur Verfügung zu stellen.
 


Mobilitätsportal
Mehr Infos unter: www.mobilitymentoringportal.eu 


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