Faktencheck 5 Jahre CareFlex Chemie
Warum wurde CareFlex Chemie tarifvertraglich vereinbart?
CareFlex Chemie ist eine Antwort von IGBCE und Chemie-Arbeitgebern auf die Finanzierungslücke in der gesetzlichen Pflegeversicherung. Seit 2021 werden Tarifbeschäftigte der chemisch-pharmazeutischen Industrie durch ihre Arbeitgeber gegen das Pflegerisiko abgesichert - und das ohne Gesundheitsprüfung. CareFlex Chemie ist die erste tarifliche Pflegezusatzversicherung in Deutschland.
Wie hoch sind die Kosten der Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung und wer zahlt das?
In Hessen beträgt der von pflegebedürftigen Personen zu erbringende Eigenanteil durchschnittlich 2.608 Euro im Monat. Falls Rente oder Ersparnisse nicht ausreichen, werden Kinder der Pflegebedürftigen durch das Sozialamt für den Elternunterhalt herangezogen, sofern das Jahresbruttoentgelt der Kinder 100.000 Euro überschreitet. CareFlex Chemie verringert oder deckt mit dem Pflegegeld also eine mögliche Finanzierungslücke und schont so das Vermögen der Pflegebedürftigen und das ihrer Kinder.

Welches Risiko sichert CareFlex eigentlich ab?
Mit einem einheitlichen kollektiven Betrag in Höhe von 33,65 Euro pro Monat erhalten Versicherte im Leistungsfall ein frei verfügbares Pflegemonatsgeld für ambulante und stationäre Pflege.

Erhöht sich der monatliche Beitrag in Höhe von 33,65 Euro im nächsten Jahr?
Nein, der Beitrag bleibt auch 2027 stabil – er ist seit der Einführung von CareFlex Chemie unverändert. Das erklärt sich mit einem leicht gesunkenen Durchschnittsalter der Versicherten seit Einführung der Versicherung. Ältere Beschäftigte, die mit dem Renteneintritt CareFlex Chemie privat fortsetzen, fallen aus der Kalkulation des tariflichen Kollektivs heraus.
Gibt es überhaupt schon Pflegefälle? Diese treten doch erst im Alter ein und nicht im laufenden Arbeitsverhältnis?
Die Leistungsfälle steigen. Stand Juli 2026 wird an 1.261 Care-Flex-Versicherte laufend Pflegegeld gezahlt; davon an 430 Beschäftigte in einem laufenden Arbeitsverhältnis.

Da Pflegefälle in aller Regel erst im Rentenalter eintreten, arbeiten die Tarifvertragsparteien IGBCE und BAVC intensiv daran, dass Versicherte nach dem Austritt aus dem Arbeitsverhältnis die Versicherung privat fortsetzen. Diese Aktivitäten zeigen Erfolg:
- Die Weiterführungsquote hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt und liegt 2025 bei den über 61-Jährigen nun bei mehr als 22 Prozent.
- Die Höhe des privat zu zahlenden Beitrags hängt vom Lebensalter bei der Erstanmeldung durch den Arbeitgeber ab. Je jünger Beschäftigte bei der Erstanmeldung waren, desto günstiger ist der später privat zu zahlende Versicherungsbetrag. Das Lebensalter der Erstversicherung bestimmt also den privat zu zahlenden Versicherungsbetrag.
- Es ist davon auszugehen, dass die Weiterführungsquote der Beschäftigten Jahr für Jahr steigen wird, denn die Fortführung wird von Jahr zu Jahr finanziell attraktiver.
Wie kann die Politik die Beitragszahlung der Unternehmen zusätzlich fördern?
Die Politik ist gefordert, die Beiträge für CareFlex Chemie endlich steuerfrei zu stellen. Mit CareFlex Chemie leisten die Chemie-Arbeitgeber einen wichtigen Beitrag, die Herausforderungen der Pflege zu lösen und pflegebedürftige Menschen gut zu versorgen sowie deren Angehörige finanziell zu entlasten. Dieser gesamtgesellschaftliche Beitrag muss durch die Politik anerkannt werden. Wir fordern daher in unseren Lobbyaktivitäten, die kollektive Beitragszahlung von tariflichen und betrieblichen Pflegezusatzversicherungen steuerfrei zu stellen. So würde das Tarifmodell CareFlex Chemie noch attraktiver.





