Altersstruktur in Chemie und Pharma: Mehr als jeder dritte Beschäftigte über 50
Die Belegschaften der chemischen und pharmazeutischen Industrie werden älter. Ende 2025 waren 36 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten über 50 Jahre.
Laut Bundesagentur für Arbeit verzeichnete die Branche zum Stichtag 31. Dezember 2025 insgesamt 509.242 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die größte Altersgruppe bildeten hierbei die 30- bis 39-Jährigen mit einem Anteil von 24,8 Prozent. Dahinter folgten die Beschäftigten im Alter von 50 bis 59 Jahren mit 24,4 Prozent sowie die 40- bis 49-Jährigen mit 23,4 Prozent. Unter 30 Jahre waren 15,9 Prozent der Beschäftigten. Weitere 11,6 Prozent gehörten zur Altersgruppe der mindestens 60-Jährigen.
In absoluten Zahlen waren damit 183.064 Beschäftigte 50 Jahre oder älter. Allein die Gruppe der mindestens 60-Jährigen umfasste 58.791 Beschäftigte. Damit ist mehr als jeder neunte Beschäftigte 60 Jahre oder älter.

Altersstruktur verschiebt sich deutlich
Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vergleich zum Jahr 2015. Während damals lediglich 5,7 Prozent der Beschäftigten 60 Jahre oder älter waren, lag ihr Anteil zehn Jahre später bereits bei 11,6 Prozent. Damit hat sich der Anteil dieser Altersgruppe innerhalb eines Jahrzehnts mehr als verdoppelt.
Parallel dazu gewann auch die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen an Bedeutung. Ihr Anteil stieg um 4,0 Prozentpunkte. Gleichzeitig gingen die Anteile der mittleren Altersgruppen zurück: Bei den 40- bis 49-Jährigen sank der Anteil um 4,2 Prozentpunkte, bei den 50- bis 59-Jährigen um 4,6 Prozentpunkte. Die Gruppe der unter 30-Jährigen blieb dagegen mit 16,9 Prozent im Jahr 2015 und 15,9 Prozent im Jahr 2025 vergleichsweise stabil.
Die Altersstruktur der Branche sieht damit heute anders aus als noch vor zehn Jahren. Während die Zahl älterer Beschäftigter deutlich an Gewicht gewonnen hat, stellen die 30- bis 39-Jährigen inzwischen die größte Altersgruppe der Branche dar.
Durchschnittsalter steigt nur leicht
Trotz dieser Veränderungen fiel der Anstieg des Durchschnittsalters vergleichsweise moderat aus - Ende 2025 lag es bei 43,4 Jahren, zehn Jahre zuvor bei 42,9 Jahren.
Das zeigt: Die Entwicklung lässt sich nicht allein auf die wachsende Zahl älterer Beschäftigter zurückführen, denn gleichzeitig haben sich auch die Gewichtungen innerhalb der mittleren Altersgruppen verschoben. Während die Anteile der 40- bis 59-Jährigen zurückgingen, gewann insbesondere die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen hinzu. Die Altersstrukturen der Belegschaften entwickeln sich daher differenzierter, als es der erste Blick vermuten lässt.
Demografischer Wandel trifft auf rückläufige Beschäftigung
Die Veränderungen der Altersstruktur fallen zudem in eine Phase rückläufiger Beschäftigung. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die Zahl der Beschäftigten in der chemischen und pharmazeutischen Industrie von 457.603 Ende 2023 auf 451.712 Ende 2025. Im ersten Halbjahr 2026 wurden noch 442.968 Beschäftigte ausgewiesen.
Beschäftigtenentwicklung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie - Prozentuale Veränderung gegenüber dem jeweiligen Vorjahreswert

Quelle: Statistisches Bundesamt, Chemdata, eigene Darstellung; Stand August 2026
Auch wenn die Altersstruktur auf Daten der Bundesagentur für Arbeit zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und die Beschäftigungsentwicklung auf Angaben des Statistischen Bundesamtes basieren, zeichnen beide Statistiken ein ähnliches Bild: Die Branche erlebt gleichzeitig eine Verschiebung der Altersstruktur und einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen.
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