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Dr. Johanna Schönrok-Kuczynski

Demografie- und Gesundheitsmanagement,
Arbeits- und Gesundheitsschutz

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Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) hat ihren Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Er enthält Kennzahlen zu Mitgliedsbetrieben, Versicherten, Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie zu den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Die Daten werden sowohl für die BG RCI insgesamt als auch für ihre sechs Branchen (Baustoffe – Steine – Erden, Bergbau, chemische Industrie, Lederindustrie, Papierherstellung und Ausrüstung, Zucker) ausgewiesen.

Deutlicher Rückgang der Arbeitsunfälle

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Für die BG RCI verringerte sich die Unfallquote von 16,96 auf 15,97 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente. Das ist der niedrigste Stand seit zehn Jahren. In der chemischen Industrie fiel die Quote von 13,92 auf 13,05. Wie in den Jahren zuvor liegen die Werte unter den Unfallzahlen der gesamten gewerblichen Wirtschaft (20,24 Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente in 2024 und 19,94 in 2025).

Die deutlich geringeren Unfallzahlen insbesondere auch in der chemischen Industrie zeigen erneut, dass Chemie-Unternehmen und BG RCI mit ihren gezielten Informations-, Beratungs- und Qualifizierungsangeboten eine konsequente und sehr erfolgreiche Präventionsarbeit leisten und sich der Arbeits- und Gesundheitsschutz auf sehr hohem Niveau befindet.

Berufskrankheiten: Langfristige Entwicklung im Blick behalten

Die Entwicklung bei den Berufskrankheiten lässt sich nur über mehrere Jahre sachgerecht bewerten. Zwischen Exposition, Erkrankung, Anzeige und Anerkennung können lange Zeiträume liegen, womit diese Zahlen erst zeitverzögert in die Statistik einfließen.

Nach einem Rückgang der Zahl der anerkannten Berufskrankheiten sowie neuen Renten im Zeitraum von 2020 bis 2023 stiegen die Zahlen im Jahr 2024 über das Niveau von 2021 an: Die Anerkennungen von Berufskrankheiten erhöhten sich von 1.342 auf 1.712, die neuen Renten von 494 auf 503. Im Jahr 2025 war ein Rückgang auf 1.670 Anerkennungen und auf 470 neue Renten zu verzeichnen. Auf die chemische Industrie entfielen 738 Anerkennungen und 194 neue Renten, nach 792 beziehungsweise 218 im Vorjahr.

Die jüngsten Zahlen sprechen dafür, den Anstieg von 2024 nicht vorschnell als Verschlechterung des Berufskrankheitengeschehens zu bewerten. Für belastbare Aussagen bleibt eine mehrjährige Betrachtung erforderlich.

Wegeunfälle bleiben politisch relevant

Nach einem deutlichen Rückgang der Wegeunfälle im Jahr 2020 (2,8 je 1.000 Vollzeitäquivalente) sind die Zahlen in den Folgejahren wieder auf das Vor-Corona-Niveau angestiegen (2019: 3,2). Im Vergleich zum Vorjahr gab es 2025 einen leichten Anstieg bei den Wegeunfällen von 3,13 auf 3,14. Die Zahl der neuen Wegeunfallrenten stieg deutlich von 149 (2024) auf 180 (2025). Ein Grund für die gestiegenen Unfallzahlzahlen kann in der Ausweitung der versicherten Wegeunfälle in den letzten Jahren liegen.

Wegeunfälle liegen grundsätzlich außerhalb des betrieblichen Verantwortungsbereichs. Sie sollten deshalb aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Unfallversicherung ausgegliedert werden. Die Erfolge der Investitionen der Unternehmen in den betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz sind durch die Berücksichtigung der Wegeunfälle verzerrt. So machten Wegeunfälle im Jahr 2025 19,3 Prozent der Arbeits- und Wegeunfälle aus.

 

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