Reformvorschläge der Rentenkommission: Mutiger Schritt nach vorn
Die Chemie-Arbeitgeber werten die Vorschläge der Rentenkommission als mutigen Schritt in die richtige Richtung. „Mit der Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung, dem Stopp von Frühverrentungsanreizen und der Re-Aktivierung des Nachhaltigkeitsfaktors justiert die Kommission zentrale Stellschrauben im Rentensystem so, wie es die demografische Entwicklung erfordert“, sagt BAVC-Hauptgeschäftsführer Mathias Schöttke. „Im Kern geht es darum, weiter steigende Sozialabgaben zu verhindern und zugleich ein mittel- und langfristig akzeptables Sicherungsniveau der Altersversorgung zu organisieren. Zu dieser Herkulesaufgabe leisten viele Vorschläge der Kommission einen Beitrag.“ Bei der Festlegung zukünftiger Rentenanpassungen oder der Höhe der Abschläge bei einem vorzeitigen Renteneintritt hätten sich die Chemie-Arbeitgeber aber mehr Ambition gewünscht.
Mit Blick auf die Ergänzung einer kapitalgedeckten Altersversorgung in der ersten Säule sieht Schöttke die Pläne der Kommission besonders kritisch: „Mehr Kapitaldeckung ist richtig und wichtig. Die Kapitaldeckung sollte aber nicht in der ersten Säule erfolgen. Eine über den ebenfalls empfohlenen Sozialpartner-Dialog zügig überarbeitete zweite Säule ist die bessere Lösung für den integrierten Aufbau einer flächendeckenden Kapitaldeckung.“ Die Chemie-Arbeitgeber sind zu diesem Dialog bereit.
Der Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Vorsorge darf aus Sicht der Chemie-Arbeitgeber zudem nicht zu weiteren Steigerungen der Sozialabgaben führen. Bestehende Leistungen in der betrieblichen Altersversorgung müssen angerechnet und die Entwicklung des Beitrags für die Umlagefinanzierung im Gegenzug angepasst werden, sonst wächst der Druck auf zusätzliche Sparanstrengungen in anderen Zweigen der Sozialversicherung. „Das Ziel muss sein, die Sozialabgaben auf 40 Prozent zu begrenzen. Alles andere schadet der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen hier am Standort Deutschland“, so Schöttke.
„Jetzt kommt es darauf an, dass die Empfehlungen von Bundesregierung und Sozialpartnern gemeinsam schnell aufgegriffen und klug umgesetzt werden. Der BAVC ist bereit, sich daran weiter konstruktiv zu beteiligen.“