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Nach dem Rekordwert im vergangenen Jahr folgt nun die erwartete Konsolidierung der Ausbildungszahlen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie: Die Unternehmen passen ihr Ausbildungsangebot für 2025 mit 8.779 angebotenen Ausbildungsplätzen an die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen an. Damit liegen die Ausbildungszahlen zwar unter dem Ausnahmewert von 10.088 Plätzen im Jahr 2024. Im langfristigen Durchschnitt des Ausbildungstarifvertrages wird aber weiterhin ein Niveau von über 9.000 Plätzen erreicht. 

Spiegelbild der wirtschaftlichen Lage

“Die Rekordwerte der Ausbildungsjahre 2023 und 2024 wurden wesentlich vom Vertrauensvorschuss getragen, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der Chemie-Branche am Standort Deutschland nachhaltig verbessert. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Die Anpassung der Ausbildungszahlen ist eine Konsequenz dieser wirtschaftlichen Realität”, betont BAVC-Hauptgeschäftsführer Mathias Schöttke.

„Wenn die Auslastung auf einem historischen Tiefstand liegt und wir gegenüber 2018 fast 20 Prozent Produktion verloren haben, können die Unternehmen nicht im gleichen Umfang ausbilden wie in besseren Zeiten. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Branche trotz dieser extremen Belastungen ein Ausbildungsangebot vonüber 9.000 Plätzen im langfristigen Durchschnitt erreicht“, so Schöttke. „Das zeigt: Die Unternehmen investieren weiterhin in die Ausbildung – selbst unter Bedingungen, die alles andere als günstig sind. Dieses Engagement ist ein klares Signal für demografische Vorsorge und die große Bedeutung der Ausbildung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie.“ Schöttke weiter: „Als Innovationsbranche brauchen wir junge Talente, die mit uns gemeinsam die Transformation der Branche vorantreiben und Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Gleichzeitig müssen wir uns darauf einstellen, dass sich der Fachkräftebedarf im Strukturwandel qualitativ und quantitativ verändern wird.”

Übernahmequote auf hohem Niveau

Das Engagement der Unternehmen zeigt sich auch in der beruflichen Perspektive für die Zeit nach der Ausbildung: Trotz Krise bleibt die Übernahmequote in der Branche mit rund 89 Prozent (Vorjahr: 92 Prozent) auf hohem Niveau: Neun von zehn Ausgebildeten werden übernommen – ganz ohne tarifliche Verpflichtung. Zudem liegt der Anteil unbefristeter Übernahmen unmittelbar nach der Ausbildung in den letzten vier Jahren bei knapp 60 Prozent (2025: 58,3 Prozent, 2024: 62,2 Prozent). Das zeigt: Wer eine Ausbildung in Chemie oder Pharma beginnt, hat weiterhin sehr gute Perspektiven. Eine zentrale Herausforderung für die Betriebe bleibt es, für die angebotenen Ausbildungsstellen passende Bewerberinnen und Bewerber zu finden, besonders in MINT-Berufen. Der Anteil der nicht besetzten Ausbildungsplätze liegt derzeit bei 9,6 Prozent (2024: 10,3 Prozent, 2023: 11,8 Prozent). Die Unternehmen haben deshalb ihre Investitionen in das Ausbildungsmarketing und Recruiting in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut.

Wirtschaft stärken, Ausbildung sichern

„Es braucht jetzt einen klaren Kurs für einen starken Industriestandort Deutschland“, fordert BAVC-Hauptgeschäftsführer Mathias Schöttke. „Die Politik muss endlich die richtigen Rahmenbedingungen setzen: Entlastung der Betriebe von Bürokratie und Sozialabgaben und eine konsequente Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Auch die Sozialpartner müssen in der anstehenden Tarifrunde ihren Beitrag leisten.“ Schöttke betont zudem die Bedeutung eines leistungsfähigen Bildungssystems: „Die Sicherung und Modernisierung der Berufsschulstandorte, gerade im ländlichen Raum, ist eine zentrale bildungspolitische Aufgabe, um die Attraktivität des dualen Systems für Betriebe und junge Menschen zu erhalten.“

Next Level “Azubi-Marketing” 

Die Chemie-Arbeitgeberverbände engagieren sich mit der Ausbildungskampagne „Elementare Vielfalt (ElVi)” bereits seit langem für die Berufsorientierung junger Menschen und die MINT-Berufe. Die Kampagne wurde im Rahmen der BAVC-AGENDA 2035 grundlegend weiterentwickelt, um junge Menschen noch gezielter für eine Ausbildung in Chemie und Pharma zu begeistern. Neben einem innovativen Recruiting-Netzwerk, modernem Influencer-Marketing auf Instagram und TikTok sowie digitalen Tools zur Berufsorientierung kommen ein neuer KI-Chatbot, neue Berufs- und Unternehmensprofile sowie ein neuer Karriereguide zum Einsatz. Ziel ist es, die Attraktivität und Vielfalt der Ausbildungsberufe in der Branche herauszustellen, junge Menschen bei der Berufswahl zu unterstützen sowie den Zugang zu freien Stellen und Praktika zu erleichtern. Die Aktivitäten der ElVi-Kampagne wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem deutschen Preis für Online-Kommunikation (DPOK).

Mehr Infos und freie Ausbildungsstellen in ganz Deutschland unter www.elementare-vielfalt.de

Bundesweiter Fachkräfteradar stärkt die Branche 

Um die Fachkräftesicherung in Zeiten der Transformation voranzutreiben, haben die Chemie-Sozialpartner den Fachkräfteradar Chemie seit April 2025 bundesweit etabliert. Die digitale Plattform, die über den Unterstützungsverein der Chemischen Industrie (UCI) gefördert wird, ermöglicht Unternehmen, Talente innerhalb der Branche zu halten und passgenaue Empfehlungen für offene Stellen zu erhalten. Was als regionale Initiative begann, ist heute flächendeckend verfügbar und unterstützt Betriebe dabei, Personalengpässe zu überwinden und die Sozialpartnerschaft zu stärken. Der Fachkräfteradar ist damit ein zentrales Instrument, um die Wettbewerbsfähigkeit der Chemie- und Pharmabranche zu stärken und Beschäftigungsperspektiven auch in schwierigen Zeiten zu erhalten.

Mehr Infos zum Fachkräfteradar Chemie unter www.uci-wiesbaden.de und www.fachkräfteradar.de

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