Der Bundesarbeitgeberverband Chemie ist der tarif- und sozialpolitische Spitzenverband der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie großer Teile der Kautschuk- und kunststoffverarbeitenden Industrie. Er vertritt die Interessen seiner 10 regionalen Mitgliedsverbände mit 1.900 Chemie-Firmen und 550.000 Beschäftigten gegenüber Gewerkschaften, Politik und Öffentlichkeit.
Ein Viertel der vom Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) befragten Unternehmen hat das Jahr 2009 mit Verlust abgeschlossen. In 46,5 Prozent der Unternehmen ist die Ertragslage „kaum befriedigend“ oder „schlecht“. Für 2010 erwartet die Hälfte aller Firmen (50,3 Prozent) eine Ertragslage wie 2009. Sechs von zehn Unternehmen gehen davon aus, dass das Vorkrisenniveau erst wieder 2012, 2013 oder sogar noch später erreicht werden kann.
Die Arbeitskosten in der westdeutschen chemischen Industrie lagen im Jahr 2009 bei 71.742 Euro je Beschäftigten. Pro Stunde gerechnet waren das 45,67 Euro. Das geht aus ersten vorläufigen Berechnungen des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) hervor. Die ostdeutschen Chemie-Arbeitskosten dürften 2009 30,86 Euro je Beschäftigtenstunde erreicht und damit erstmals die 30-Euro-Grenze übertroffen haben.
Wie immer bei Tarifverhandlungen begründen die Arbeitnehmervertretungen ihre Forderungen auch mit dem Kaufkraftargument: Demnach sollen kräftige Lohnerhöhungen erst dem Konsum, dann – weil Kapazitäten fehlen – den Investitionen in der Konsumgüterindustrie und zuletzt der Beschäftigung auf die Beine helfen. Denn neue Maschinen wollen auch bedient werden. Doch diese einfache Rechnung geht nicht auf.

Am 16. März 2010 beginnen die regionalen Tarifverhandlungen für die 550.000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie. Zentrales Thema der Chemie-Tarifrunde 2010 ist die Krisenbewältigung, besonders die Sicherung von Beschäftigung. Denn infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Produktion in vielen Unternehmen eingebrochen und der Kostendruck immens gestiegen.